Boden als
Basis für alles
Unternehmensberater Franz Knittelfelder aus Velden entwickelt und begleitet Projekte im gesamten deutschsprachigen Raum, bei denen es um Kreislaufwirtschaft und gesunden Boden geht.
Egal, wohin Franz Knittelfelder kommt, der erste Blick geht zum Boden und dann wühlen die Hände auch schon in der Erde: „Der Boden ist die Basis für alles in unserem Leben und nicht nur eine Pflanzfläche, sondern ein eigenes Ökosystem mit Milliarden Mikroorganismen, Pilzen und Lebewesen“, sagt Knittelfelder. Seine Leidenschaft für den Boden liegt in seinen bäuerlichen Wurzeln und den jahrzehntelangen beruflichen Tätigkeiten im Agrarbereich. „Je intensiver ich mich mit Landwirtschaft, Tierernährung und der Qualität unserer Lebensmittel beschäftigte, desto klarer wurde mir, welche bedeutende Rolle der Boden spielt.“
Seit 2019 berät und entwickelt er Projekte rund um den Boden und die Kreislaufwirtschaft – angefangen von Lebensmitteln über Bildung und Entsiegelung bis hin zur Industrie. Gemeinsam mit einem großen Kärntner Betrieb wurde aus einem Nebenprodukt ein eigener Futtermittelzusatzstoff, der jetzt in der Tierernährung eingesetzt wird.
„In den Unternehmen tut sich aktuell sehr viel und ich merke ein Umdenken.“ Auch in Betrieben, die nicht unmittelbar mit dem Boden zu tun haben, werde stärker in Kreisläufen gedacht, etwa wenn es um die Planung oder Nutzung von Flächen geht.
Workshops auch für die Kleinsten
„Wir haben unsere Böden nicht von unseren Großeltern oder Eltern geerbt, sondern von unseren Kinder geliehen und darauf müssen wir aufpassen.“ Deshalb engagiert er sich auch als Bodenbotschafter und veranstaltet mit dem Verein VielfaltsVisionäre „Kinderbodentage“. Bei diesen Veranstaltungen erfahren Kinder spielerisch mehr über den Boden. „Das Spannende ist, dass wir so nicht nur die Kinder erreichen, sondern auch die Erwachsenen“, sagt Knittelfelder. An die 30 Unternehmen unterstützen diese Initiative bereits. In den vergangenen Monaten lernten rund 500 Kinder mehr über Regenwürmer und Co. „Wenn wir beginnen, den Boden als lebendigen
Organismus zu betrachten und nicht bloß als irgendeine Pflanzfläche, verändert sich unser gesamter Blick auf Gartenbau und Landwirtschaft. Dann wird aus Gärtnern plötzlich Bodenpflege und aus Ernten Verantwortung.“