Vom Student
zum Gründer
Der gebürtige Inder Christo Cherian (23) kam nach Klagenfurt, um zu studieren und entwickelte dabei Lisa – eine „künstliche Rezeptionistin“.
Wer gerade einen Patienten behandelt, ein Auto repariert oder einen Kunden bedient, kann nicht gleichzeitig telefonieren. Für viele Kleinbetriebe bedeuten verpasste Anrufe verlorene Aufträge. Genau hier setzt Christo Cherian aus Klagenfurt mit seiner Firma Qupera an. Er studiert an der Universität Klagenfurt „Robotics and Artificial Intelligence“ und entwickelte mit Lisa eine digitale Telefonassistentin, die Betrieben den Alltag erleichtern soll.
Die Funktionsweise ist einfach: Kunden rufen wie gewohnt im Betrieb an, Lisa meldet sich unter dessen Namen und führt ein natürliches Gespräch. Sie informiert über Öffnungszeiten und Leistungen, vereinbart Termine, verschiebt oder storniert sie und trägt die Änderungen direkt in den Kalender ein. Anschließend wird das Team benachrichtigt. Bei dringenden oder komplexen Anliegen kann die Assistentin an einen Menschen weiterverbinden.
Mehrsprachige Telefonassistentin
Technisch basiert Lisa auf moderner künstlicher Intelligenz. Die Reaktionszeit liegt laut Cherian in der Regel bei etwa einer halben Sekunde. Neben Deutsch spricht die Assistentin Englisch, Slowenisch, Italienisch und weitere Sprachen. Gerade für Kärntner Betriebe mit Kunden aus dem Alpen-Adria-Raum soll das ein Vorteil sein.
Zur Zielgruppe zählen vor allem inhabergeführte Kleinbetriebe, bei denen Anrufe und Termine zum Tagesgeschäft gehören. Dazu gehören Arztpraxen, Physiotherapeuten, Tierärzte, Werkstätten, Friseure und Fahrschulen. Qupera setzt dabei auf persönliche Betreuung: Der Gründer richtet die Lösung für jeden Betrieb individuell ein. Getestet werden kann Lisa sieben Tage kostenlos ohne Vertragsbindung.
Datenschutz spielt große Rolle
Sprach-KI, Server und Datenbank befinden sich nach Angaben des Unternehmens in der EU, vorwiegend in Deutschland. Auch der Datenschutz soll eine zentrale Rolle spielen: Die Daten der Kunden werden getrennt verarbeitet, Speicherfristen können individuell festgelegt werden.
Derzeit befindet sich Qupera in der Startphase, erste Gespräche mit Betrieben laufen. Das Gründerservice der Wirtschaftskammer war ihm eine große Hilfe. Herausforderungen sieht er vor allem bei Datenschutz, KI-Regulierung, Verträgen und Versicherungen: „Regeln, die eher für große Unternehmen gemacht sind, muss auch ein Ein-Personen-Unternehmen vom ersten Tag an richtig umsetzen.“
Langfristig will er sein Studium abschließen und Qupera als die Telefonassistentin für Kleinbetriebe im gesamten Alpen-Adria-Raum etablieren.