Christo Cherian (
Keine Zeit, um ans Telefon zu gehen? Christo Cherian setzt ganz auf seine Telefonassis-tentin „Lisa“. © KW/Blasi
Christo Cherian

Vom Student
zum Gründer

Der gebürtige Inder Christo Cherian (23) kam nach Klagenfurt, um zu studieren und entwickelte dabei Lisa – eine „künstliche Rezeptionistin“.

28.10.2026 08:37 von Claudia Blasi
Lesezeit 3 Minuten

Wer gerade einen Patienten behandelt, ein Auto repariert oder einen Kunden bedient, kann nicht gleich­zeitig telefo­nieren. Für viele Klein­be­triebe bedeuten verpasste Anrufe verlorene Aufträge. Genau hier setzt Christo Cherian aus Klagenfurt mit seiner Firma Qupera an. Er studiert an der Univer­sität Klagenfurt „Robotics and Artificial Intel­li­gence“ und entwi­ckelte mit Lisa eine digitale Telefon­as­sis­tentin, die Betrieben den Alltag erleichtern soll.

Die Funkti­ons­weise ist einfach: Kunden rufen wie gewohnt im Betrieb an, Lisa meldet sich unter dessen Namen und führt ein natür­liches Gespräch. Sie infor­miert über Öffnungs­zeiten und Leistungen, vereinbart Termine, verschiebt oder storniert sie und trägt die Änderungen direkt in den Kalender ein. Anschließend wird das Team benach­richtigt. Bei dringenden oder komplexen Anliegen kann die Assis­tentin an einen Menschen weiter­ver­binden.

Mehrspra­chige Telefon­as­sis­tentin

Technisch basiert Lisa auf moderner künst­licher Intel­ligenz. Die Reakti­onszeit liegt laut Cherian in der Regel bei etwa einer halben Sekunde. Neben Deutsch spricht die Assis­tentin Englisch, Slowe­nisch, Italie­nisch und weitere Sprachen. Gerade für Kärntner Betriebe mit Kunden aus dem Alpen-Adria-Raum soll das ein Vorteil sein.

Zur Zielgruppe zählen vor allem inhaber­ge­führte Klein­be­triebe, bei denen Anrufe und Termine zum Tages­ge­schäft gehören. Dazu gehören Arztpraxen, Physio­the­ra­peuten, Tierärzte, Werkstätten, Friseure und Fahrschulen. Qupera setzt dabei auf persön­liche Betreuung: Der Gründer richtet die Lösung für jeden Betrieb indivi­duell ein. Getestet werden kann Lisa sieben Tage kostenlos ohne Vertrags­bindung.

© KW/Blasi

Daten­schutz spielt große Rolle

Sprach-KI, Server und Datenbank befinden sich nach Angaben des Unter­nehmens in der EU, vorwiegend in Deutschland. Auch der Daten­schutz soll eine zentrale Rolle spielen: Die Daten der Kunden werden getrennt verar­beitet, Speicher­fristen können indivi­duell festgelegt werden.

Derzeit befindet sich Qupera in der Start­phase, erste Gespräche mit Betrieben laufen. Das Gründer­service der Wirtschafts­kammer war ihm eine große Hilfe. Heraus­for­de­rungen sieht er vor allem bei Daten­schutz, KI-Regulierung, Verträgen und Versi­che­rungen: „Regeln, die eher für große Unter­nehmen gemacht sind, muss auch ein Ein-Personen-Unter­nehmen vom ersten Tag an richtig umsetzen.“

Langfristig will er sein Studium abschließen und Qupera als die Telefon­as­sis­tentin für Klein­be­triebe im gesamten Alpen-Adria-Raum etablieren.

Info-Icon
Dieser Artikel ist in Ausgabe 20/26 erschienen.
Info-Icon
Ähnliche Artikel finden Sie in der Kategorie: Die Einsteiger