Vera Polaschegg, V-Pictures, Keutschach.
Vera Polaschegg, V-Pictures, Keutschach. © Sabine Biedermann
Filmland Kärnten

Filmstandort
Kärnten: Stimmen

Dreharbeiten in Kärnten sorgen für Wirtschaftskraft, Sichtbarkeit und Jobs. Was die Branche darüber sagt, zeigen Stimmen direkt aus dem Umfeld von Produktionen.

08.05.2025 08:15 von Anita Arneitz
Lesezeit 5 Minuten

Bis zu 70 Personen arbeiten tageweise an einem Filmdreh mit – viele davon sind lokale Ein-Personen-Unter­nehmen. Was das für die Region bedeutet und wie Filmschaf­fende den Standort Kärnten erleben, erzählen sie hier selbst.

Unter­nehmer berichten

„Filmcrews sind willkommen“

„In Kärnten merkt man, dass man als Filmcrew willkommen ist. Mit unserem derzeit größten Projekt „Der Sagen­jäger – Max Müller auf Spuren­suche“ produ­zieren wir sogar fünf Folgen von der heurigen zehntei­ligen Serie in Kärnten und bringen das Filmland ins Sonntag-Vorabend­pro­gramm, im nächsten Schritt sogar nach Deutschland und in die Schweiz mit zwischen 450.000 bis einer Million Zuseher. Der Reiz in der Film- und Fernseh­in­dustrie zu arbeiten, ist, jeden Tag neue Menschen kennen­zu­lernen. KI kann unter­stützen, aber Gefühle und Emotionen können nie durch sie ersetzt werden.“

Mario Barta

„Politik ist gefordert“

„Die allge­meine Unsicherheit macht sich auch in unserer Branche bemerkbar. Märkte verschieben sich im globalen Wettbewerb. Hier ist die Politik gefordert. Spiel- und Dokumen­tar­filme sind teuer in der Produktion und abhängig von einer funktio­nie­renden Förder­land­schaft, sowohl für Kino als auch für TV und Streaming. Wir haben in Kärnten höchst erfolg­reiche Produk­ti­ons­firmen in den unter­schied­lichsten Bereichen. Produk­tionen aus aller Welt kommen zu uns, um hier zu drehen. Es sind die Menschen, die Mehrspra­chigkeit und die Geschichte, die das Land als Inspi­ration und Schau­platz für Drehbücher spannend machen. Aber es braucht eine konkur­renz­fähige Filmför­derung, im wirtschaft­lichen und im kultu­rellen Sinn.“

Andreas Frei

„In andere Lebens­welten eintauchen“

„Als Kamerafrau kann ich in andere ­Lebens­welten eintauchen und mich mit ­unter­schied­lichen Themen beschäf­tigen. Die Sprache der Bilder ist eine, die mehr mit dem Herzen wahrge­nommen wird und das hat mich seit meiner Kindheit faszi­niert. Besonders stolz bin ich auf meine „Land der Berge Produktion“ über den Kärntner Grenzweg und die Kinopre­miere des ersten Teiles meiner „Listen to Herstory“-Serie beim K3-Film­­fes­tival. Um in Kärnten mehr Filmpro­jekte umsetzen zu können, bräuchte es mehr Budget für größere Teams. Austausch und Vernetzung in Kärnten sind sehr positiv.“

Vera Polaschegg

„Kärnten hat gute Filmleute“

„In jüngster Zeit habe ich für den KAC und 1. FC Köln gefilmt, aber ich mache auch Produk­tionen für das Fernsehen und Mitschnitte von Konzerten. Kärnten ist filmmäßig extrem gut aufge­stellt und hat profes­sio­nelle Dienst­leister. Ein Video oder Film ist dann gut, wenn darin eine Geschichte erzählt wird. Trotz der techni­schen Möglich­keiten ist es wichtig, authen­tisch zu bleiben und echte Botschaften zu vermitteln.“

Patric Fohnen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 9/25 erschienen.
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