Helge Bauer, Rudolf Fruhmann und Marc Germeshausen beweisen, dass Selbstständigkeit und ehrenamtliches Engagement Hand in Hand gehen können.
Helge Bauer, Rudolf Fruhmann und Marc Germeshausen beweisen, dass Selbstständigkeit und ehrenamtliches Engagement Hand in Hand gehen können. © ÖWR/Bauer, Privat, Germeshausen
Ehrenamt

Anpacker mit
Herz und Einsatz

Von der Bergrettung über die Kulturinitiative bis zur Sozialberatung – es sind Freiwillige, die das gesellschaftliche Gefüge zusammenhalten.

05.12.2025 07:24 von Christina Scherzer
Lesezeit 5 Minuten

Erfolg entsteht selten allein – er lebt von Teamgeist, Einsatz­be­reit­schaft und Menschen, die Verant­wortung übernehmen. Genau das zeigen Ehren­amt­liche in Vereinen, bei Rettungs­diensten oder sozialen Projekten: Sie packen nach Feier­abend mit an, helfen anderen und stärken das Mitein­ander.

Am Tag des Ehren­amtes, dem 5. Dezember, wird ihr Engagement besonders gewürdigt. Kärntner Unter­neh­me­rinnen und Unter­nehmer beweisen, dass sich beruf­licher Erfolg und freiwil­liges Engagement perfekt verbinden lassen.

Stimmen aus der Wirtschaft

Gemeinsam etwas schaffen

„Ich engagiere mich seit 1994 ehren­amtlich bei der öster­rei­chi­schen Wasser­rettung. Mich hat schon immer faszi­niert, wie Menschen gemeinsam etwas schaffen können, das größer ist als jeder Einzelne es machen könnte. Als Rettungs­schwimmer kann ich ganz konkret helfen und im Ernstfall Leben retten. Viele Fähig­keiten, die ich im Beruf gelernt habe, helfen mir im Ehrenamt – und umgekehrt. In beiden Bereichen braucht es Verläss­lichkeit, Organi­sa­ti­ons­talent und die Fähigkeit, auch unter hohem Druck klare Entschei­dungen zu treffen. Man muss Menschen führen können, Verant­wortung übernehmen und gleich­zeitig offen bleiben für Neues. Ehren­amt­liches Engagement gibt einem oft mehr zurück, als man hinein­steckt. Man entwi­ckelt Fähig­keiten, die man nirgends sonst so lernt, man erlebt eine Gemein­schaft, die trägt – und man weiß, dass der eigene Einsatz einen echten Unter­schied machen kann.“

Helge Bauer

Blick über den Tellerrand

„Da ich mich bei der örtlichen Feuerwehr engagiere, habe ich gesehen, dass der Bedarf an Sanitätern sehr groß ist. Deshalb bin ich nun seit vier Jahren auch als Rettungs­sa­ni­täter tätig. Durch diese ehren­amt­liche Tätigkeit kann ich nicht nur anderen helfen, sondern ich bin auch demütiger und zufrie­dener mit dem eigenen Leben. Im Dienst bin ich nicht wie in unserem Unter­nehmen der Chef, sondern einer von vielen. Dadurch hat man die Sicht eines Mitar­beiters und kann sich auch besser in die eigene Beleg­schaft hinein­ver­setzen. Man erweitert seinen Horizont und lernt, auch mal über den Tellerrand zu blicken. Daneben eignet man sich auch Fachwissen an und kann bei Arbeits­un­fällen oder Notfällen mit Gästen helfen. Ich würde auf jeden Fall andere dazu ermutigen, sich ehren­amtlich zu engagieren. Man bekommt sehr viel zurück, sieht Dinge, die nicht alltäglich sind, und erhält Einblicke in die unter­schied­lichsten gesell­schaft­lichen Schichten.“

Rudolf Fruhmann

Stärkt Gemein­schaft und eigene Persön­lichkeit

„Seit meiner Jugend engagiere ich mich ehren­amtlich in verschie­denen Bereichen. Besonders aktiv bin ich bei Round Table Inter­na­tional und aktuell organi­siere ich in Villach den Villacher Sozial­advent gemeinsam mit 18 Vereinen. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch eine Verant­wortung gegenüber der Gesell­schaft trägt. Wer in einer guten persön­lichen Situation ist, kann durch soziales Engagement einen wichtigen Beitrag leisten. Gleich­zeitig erweitert es meinen Blick über das eigene Unter­nehmen hinaus und wirkt sich positiv auf meinen beruf­lichen Alltag aus. Unter­neh­me­ri­sches Denken stärkt ehren­amt­liche Projekte, weil Ressourcen besser genutzt werden. Gleich­zeitig berei­chert eine soziale Grund­haltung auch unter­neh­me­rische Entschei­dungen, da sie nachhal­tigere Ergeb­nisse ermög­licht. Beide Welten ergänzen einander und schaffen gemeinsam einen größeren Mehrwert. Engagement stärkt nicht nur die Gemein­schaft, sondern auch die eigene Persön­lichkeit.“

Marc Germes­hausen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 23/25 erschienen.
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