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175 Wirtschaftskammer Kärnten

Wandel
und Wachstum

Seit 175 Jahren setzt sich die Wirtschaftskammer Kärnten für die Interessen der heimischen Betriebe ein. Als starke Stimme der Wirtschaft begleitet sie Unternehmen durch Wandel und Wachstum – damals wie heute.

15.05.2026 07:51 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 6 Minuten

Gegründet wurde die Wirtschafts­kammer auf Basis des Handels­kam­mer­ge­setzes von 1850. Die Geschichte zeigt, dass viele Heraus­for­de­rungen der Wirtschaft von damals ganz ähnlich jenen von heute sind. Mitte des 19. Jahrhun­derts steht die Kärntner Wirtschaft vor einem tiefgrei­fenden Umbruch. Der Niedergang der Montan­in­dustrie und wirtschaft­liche Krisen verändern die wirtschaft­lichen Struk­turen nachhaltig. Es beginnt eine Phase der Neuori­en­tierung.

Einer der ersten großen Kärntner Unter­nehmer, Carl Auer von Welsbach, begründet 1898 in Treibach mit den „Treibacher Chemi­schen Werken“ einen zukunfts­wei­senden Betrieb. Forschung und Produktion werden mitein­ander verknüpft und das von ihm entwi­ckelte „Cereisen“ findet weltweit Verbreitung als Zündstein in der Feuer­zeug­in­dustrie. 1902 ist die Eisen­in­dustrie jedoch am Ende angelangt. Sie war über Jahrhun­derte das Herz der Landes­wirt­schaft. Neue wirtschaft­liche Perspek­tiven entstehen mit der Holz- und Papier­in­dustrie.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs muss sich die Wirtschaft unter neuen politi­schen und wirtschaft­lichen Rahmen­be­din­gungen neu orien­tieren.

Die 1920er-Jahre sind von einem Wechsel­spiel aus mühsamer Konso­li­dierung und ersten Moder­ni­sie­rungs­schüben geprägt. Aufgrund der Weltwirt­schaft­krise ab 1929 gerät die Wirtschaft massiv unter Druck. Produktion und Beschäf­tigung brechen ein und zahlreiche Betriebe stellen ihren Betrieb ein. Ab Mitte der 1930er-Jahre setzt eine leichte Erholung ein, doch fehlen Inves­ti­tionen und Kaufkraft für eine nachhaltige Stabi­li­sierung.

Krieg und Wieder­aufbau

Mit dem Anschluss 1938 wird Kärntens Wirtschaft Teil der deutschen Rüstungs­wirt­schaft. Die Kammer fungiert als Gaukammer und ist dem Deutschen Reich unter­stellt. Insbe­sondere im Handel kommt es zu „Arisie­rungen“. Der Zweite Weltkrieg bringt massive Zerstö­rungen. Ab 1944 erreichen Luftan­griffe auch Kärnten, Verkehrswege und Indus­trie­an­lagen werden gezielt getroffen. 1945 wird das Kammer­ge­bäude durch Luftan­griffe nahezu vollständig zerstört. Die Arbeit kann nur provi­so­risch fortge­setzt werden. Produk­tionen in Kärnten kommen zunehmend zum Still­stand.

Nach dem Kriegsende stehen Wieder­aufbau und Versorgung im Mittel­punkt. 1952 wird auch der Neubau des Kammer­ge­bäudes in Klagenfurt fertig­ge­stellt und die Aktivi­täten können wieder aufge­nommen werden. Mit Unter­stützung der Marshall-Hilfe erhält die Wirtschaft wichtige Impulse. Schritt­weise verbessern sich die Lebens­be­din­gungen und eine wirtschaft­liche Stabi­li­sierung setzt ein. Gleich­zeitig beginnt die Entwicklung Kärntens zu einem Indus­trieland und einer Indus­triegesellschaft – eine entschei­dende Grundlage für den späteren Aufschwung.

Wirtschafts­kammer Gebäude über die JahreButton Down

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Neue Perspek­tiven

Ab Mitte der 1950er-Jahre setzt ein kräftiger wirtschaft­licher Aufschwung ein. Kärnten parti­zi­piert am öster­rei­chi­schen „Wirtschaft­wunder“: Produktion und Einkommen steigen, der Lebens­standard verbessert sich deutlich. Für viele Menschen werden Konsum­güter wie Auto, Fernseher oder Urlaubs­reisen erstmals leistbar. Gleich­zeitig entwi­ckelt sich der Tourismus zu einer wichtigen Säule der Wirtschaft. Mit der Erdöl­krise 1973 endet die Phase des anhal­tenden Wachstums.

Nach der Krise setzt ein tiefgrei­fender struk­tu­reller Wandel ein. Die Wirtschaft entwi­ckelt sich von der klassi­schen Schwerindus­trie hin zu spezia­li­sierter Produktion, Techno­logie und Dienst­leis­tungen. Industrie, Gewerbe und Handel passen sich neuen Rahmen­be­din­gungen an. Im Tourismus führen Inves­ti­tionen zu Quali­täts­stei­ge­rungen und Ganzjah­res­an­ge­boten. Die Wirtschaft wird effizi­enter, zugleich aber stärker von inter­na­tio­nalen Entwick­lungen abhängig.

Mit dem EU-Beitritt Öster­reichs 1995 wird Kärnten Teil des europäi­schen Binnen­marktes. Es entstehen neue Märkte und der Wettbe­werbs­druck steigt. Digita­li­sierung, Innovation und Koope­ra­tionen zwischen Wirtschaft und Forschung prägen die Entwicklung. Initia­tiven wie „Silicon Alps“ sowie Großpro­jekte wie die Koralmbahn stärken den Standort und eröffnen neue wirtschaft­liche Perspek­tiven.

175 Jahre und 18 Präsi­denten später ist die Wirtschafts­kammer weiterhin ein verläss­licher Ansprech­partner für Unter­nehmen. Sie begleitet sie im wirtschaft­lichen Alltag, hilft bei recht­lichen Fragen und unter­stützt bei wichtigen Entschei­dungen. Die Wirtschafts­kammer Kärnten stellt ein umfas­sendes Service­an­gebot bereit und bietet Unter­nehmen ein flächen­de­ckendes Netzwerk mit persön­licher Beratung und digitalen Services.

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 9/26 erschienen.
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