Klaus Hofstadler
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Klaus Hofstadler

„Tsche­chische Wirtschaft entwi­ckelt sich dynamisch“

Im Interview spricht Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Prag, Klaus Hofstadler, über die tschechische Wirtschaft und die Marktchancen Kärntens.

06.10.2026 06:33 - Update am: 06.10.2026 14:43 von Birgit Sacherer
Lesezeit 4 Minuten

Wie würden Sie die aktuelle wirtschaft­liche Lage in Tsche­chien beschreiben?

Tsche­chien hat die schwie­rigen Jahre mit hoher Inflation und einer schwachen Indus­trie­kon­junktur deutlich besser überwunden als viele andere Länder in der Region. Das ist vor allem dem privaten Konsum und steigenden Reallöhnen und verstärkter Inves­ti­ti­ons­tä­tigkeit zu verdanken. Heraus­for­de­rungen bestehen weiterhin in der engen Verflechtung mit der deutschen Industrie sowie in den geopo­li­ti­schen Unsicher­heiten und steigenden Energie- und Sicher­heits­kosten. Zugleich zeichnet sich eine gewisse Entkopplung von der deutschen Konjunk­tur­ent­wicklung ab: Während Deutsch­lands Automo­bil­in­dustrie stagniert, liefert die tsche­chische Automo­bil­in­dustrie – die dritt­größte größte Europas – neue Produk­tions- und Umsatz­re­korde. Mit einer Arbeits­lo­sen­quote von rund drei Prozent bleibt Tsche­chien außerdem einer der stabilsten Arbeits­märkte Europas und präsen­tiert sich als wirtschaftlich robuster als die meisten EU-Mitglieds­staaten.

Welche Bereiche entwi­ckeln sich besonders dynamisch?

Die Bereiche Digita­li­sierung, IT- und Software­lö­sungen, Elektro­mo­bi­lität, Energie­tech­no­logien, Halblei­ter­tech­no­logien sowie ausge­wählte Segmente der Bau- und Infra­struk­tur­wirt­schaft. Auch der in Tsche­chien so stark entwi­ckelte Online-Handel und moderne Dienst­leis­tungen wachsen überdurch­schnittlich. Die tsche­chische Regierung und die EU fördern umfang­reiche Inves­ti­tionen in Energie­ver­sorgung, Mobilität, Digita­li­sierung und techno­lo­gische Souve­rä­nität. Rund um Brünn und andere Techno­lo­gie­standorte entstehen zunehmend Cluster für Mikro­elek­tronik, Forschung und Entwicklung sowie Hightech-Produktion. Namhafte inter­na­tionale Unter­nehmen wie Microsoft, IBM und Honeywell betreiben dort außerdem strate­gische Entwick­lungs­zentren.

Wo sehen Sie das größte Markt­po­tenzial?

Das größte Markt­po­tenzial sehe ich bei Energie- und Mobili­täts­lö­sungen, in der indus­tri­ellen Automa­ti­sierung sowie bei der Digita­li­sierung von Produk­tions- und Verwal­tungs­pro­zessen. Tsche­chische Unter­nehmen suchen nach Möglich­keiten, die Produk­ti­vität zu steigern, Energie­kosten zu senken und den Fachkräf­te­mangel zu kompen­sieren. Darüber hinaus eröffnet die verstärkte Ausrichtung auf Vertei­di­gungs- und Sicher­heits­in­ves­ti­tionen neue Geschäfts­chancen. Konkretes Potenzial entsteht zudem durch die Moder­ni­sierung der Energie- und Netzin­fra­struktur sowie durch Inves­ti­tionen in Schienen- und Hochge­schwin­dig­keits­strecken.

Welche konkreten Chancen ergeben sich daraus für öster­rei­chische und insbe­sondere Kärntner Unter­nehmen?

Besonders dynamisch entwi­ckeln sich derzeit die Bereiche Digita­li­sierung, IT- und Software­lö­sungen, Elektro­mo­bi­lität, Energie­tech­no­logien, Halblei­ter­tech­no­logien sowie ausge­wählte Segmente der Bau- und Infra­struk­tur­wirt­schaft. Auch der in Tsche­chien so stark entwi­ckelte Online-Handel und moderne Dienst­leis­tungen wachsen überdurch­schnittlich. Die tsche­chische Regierung und die EU fördern umfang­reiche Inves­ti­tionen in Energie­ver­sorgung, Mobilität, Digita­li­sierung und techno­lo­gische Souve­rä­nität. Rund um Brünn und andere Techno­lo­gie­standorte entstehen zunehmend Cluster für Mikro­elek­tronik, Forschung und Entwicklung sowie Hightech-Produktion. Namhafte inter­na­tionale Unter­nehmen wie Microsoft, IBM und Honeywell betreiben dort außerdem strate­gische Entwick­lungs­zentren.

Welche Chancen ergeben sich abseits der Industrie?

Mit dem steigenden Wohlstand in Tsche­chien steigt auch die Nachfrage nach hochwer­tigen Produkten im Premium-Konsum­be­reich und Dienst­leis­tungen im Tourismus- und Freizeit­sektor, aber auch im Bildungs- und Weiter­bil­dungs­be­reich. Gerade öster­rei­chische Anbieter können hier mit Qualität, Innovation und Erfahrung punkten. Zusätz­liche Chancen bieten digitale Geschäfts­mo­delle: Tsche­chien zählt mit erfolg­reichen Platt­formen und Anbietern wie Rohlik, Notino und Alza zu den Vorreitern im E‑Commerce.

Welchen Rat geben Sie Kärntner Unter­nehmen, die über einen Markt­ein­tritt in Tsche­chien nachdenken?

Der tsche­chische Markt ist geogra­fisch nahe, funktio­niert aber dennoch nach eigenen Regeln. Um sich nachhaltig und erfolg­reich etablieren zu können, ist es wichtig, sich mit den lokalen Beson­der­heiten vertraut zu machen, regel­mäßig vor Ort präsent zu sein und lokale Partner sorgfältig auszu­wählen. Aber Kärtner Unter­nehmen sind bei dieser Aufgabe nicht allein. Meine engagierten und kompe­tenten Kolle­ginnen und Kollegen in Prag und Brünn unter­stützen Sie gerne. Daher mein zentraler Rat: Melden Sie sich bei uns, wenn Sie Interesse am tsche­chi­schen Markt haben.

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