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Rupert Leikam ist der einzige Zinngießmeister in Österreich. © KW
Rupert Leikam

“Qualität und
Kreati­vität punkten”

Stefan und Rupert Leikam sprechen über Zusammenhalt, Qualität und Innovationsgeist, die Bedeutung von Unternehmerpersönlichkeiten für das Land und warum Stillstand die größte Gefahr für das Handwerk ist.

20.01.2026 09:13 - Update am: 22.01.2026 10:44 von Claudia Blasi
Lesezeit 7 Minuten

Vor 36 Jahren hat Rupert Leikam seine Zinngie­ßerei in Knappenberg eröffnet. Heute ist er der einzige Zinngie­ßer­meister Öster­reichs und hat seine Handwerks­kunst auch an die nächste Generation weiter­ge­geben. Stefan Leikam führt das Unter­nehmen in zweiter Generation.

„Kärntner Wirtschaft“: Was macht erfolg­reich gelebtes Unter­neh­mertum aus?

Stefan Leikam: Zusam­menhalt, Kreati­vität, voraus­schau­endes Denken und Flexi­bi­lität.

Warum sind Unter­neh­mer­per­sön­lich­keiten wichtig für das Land?

Stefan: Weil sie die heimische Wirtschaft beleben und vielfach Arbeits­plätze schaffen.

Für welche Werte hat ein gestan­denes Unter­nehmen zu stehen?

Stefan: Eigen­stän­digkeit und ­Einzig­ar­tigkeit, aber vor allem Qualität. Damit kann man sich am Markt positio­nieren.

Werden Rolle und Bedeutung des Unter­neh­mertums in der breiten Öffent­lichkeit wahrge­nommen?

Stefan: Wir bekommen zwar unmit­telbar eine Rückmeldung unserer Kunden, weil wir den direkten Kontakt pflegen. Auf Märkten produ­zieren wir auch vor Ort, damit die Menschen den Aufwand hinter dem Produkt sehen. Generell denke ich aber nicht, dass die Menschen sehen, wie viel Arbeit dahin­ter­steckt.

Ihr Wunsch an die Politik?

Rupert Leikam: Dass ländliche Gebiete mehr unter­stützt werden. Auch bei der Kredit­vergabe sollte man darauf achten und Vorhaben am Land stärker fördern.

Was sind die größten Gefahren für das Unter­neh­mertum?

Rupert: Unmit­telbare Konkurrenz haben wir keine. Die größte Gefahr für das Handwerk ist, dass man stehen bleibt. Früher waren Zinnteller gefragt, heute überlegen wir uns immer etwas Neues.

Im nächsten Unternehmer­leben würde ich …

Rupert: … es wohl gleich machen. Ich habe mit 28 Jahren die Selbst­stän­digkeit begonnen und große Fehler habe ich nicht gemacht.

Aus der Chronik
  • 1990 gründete Rupert Leikam die Zinngie­ßerei Leikam in Knappenberg.
  • Heute ist er der letzte Zinngie­ßer­meister in Öster­reich.
  • Mittler­weile hat Sohn Stefan die Geschäfts­führung übernommen und auch die Familie arbeitet im Betrieb mit.
  • Das Sortiment hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Produ­ziert wird in erster Linie für Stamm­kunden.
  • Die junge Generation setzt auf soziale Medien wie Instagram.
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 1/26 erschienen.
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