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Rupert Leikam mit seinem Sohn Stefan. Er führt das Unternehmen in zweiter Generation und blickt optimistisch in die Zukunft: „Künstliche Intelligenz und Digitalisierung können das Handwerk niemals ersetzen.“ © KW/Blasi
Rupert Leikam

Handwerk braucht
Zeit und Leiden­schaft

Vor 36 Jahren hat Rupert Leikam seine Zinngießerei in Knappenberg eröffnet. Heute ist er der einzige Zinngießermeister Österreichs und hat seine Handwerkskunst an die nächste Generation weitergegeben.

15.01.2026 09:32 von Claudia Blasi
Lesezeit 6 Minuten

Beinahe hätte Rupert Leikam in seiner Jugend den Weg in den Skisport einge­schlagen. Doch der Plan mit der Skikar­riere ging nicht auf. Sein Weg führte ihn daher 1981 nach Salzburg. „In Kärnten waren die Arbeits­plätze rar und so versuchte ich woanders eine Lehrstelle zu finden.“ 1990 kam er als Zinngie­ßer­meister wieder in seine Heimat zurück. Mit im Gepäck alle Maschinen seines Lehrbe­triebes, um sich in einer Werkstatt der Bergbau­leute in Knappenberg selbst­ständig zu machen. „1890 sperrte der letzte Zinngießer in Öster­reich zu und 100 Jahre später hab ich meinen Betrieb aufge­sperrt“, erzählt Leikam stolz.

Aller Anfang ist schwer

Es sei nicht einfach gewesen, einen Kunden­stamm aufzu­bauen, vor allem in der exponierten Lage. Aber Leikam hat sich schnell einen Namen für Qualität und Kreati­vität gemacht. „Zinn ist ein weiches, flexibles Material und wir können beinahe jeden Wunsch in Form bringen“, erzählt der Meis­ter. Je nach Saison variiert das Sortiment vom Christ­baum­schmuck, über Glücks­bringer bis hin zu Flaschen­ver­schlüssen und Schlüs­sel­an­hängern.

Begehrt seien vor allem die Trophäen wie sie für die Bewerbe der Landjugend, Feuerwehr oder Blumen­olympiade indivi­duell angefertigt werden. Zu den Stamm­kunden zählt auch der Rütli-Verein aus der Schweiz, der für das eigene Volksfest jährlich spezielle Zinnbecher bestellt. Und auch die Pfennige für das Friesacher Specta­culum stammen aus dem Famili­en­be­trieb. „270.000 Friesacher Pfennige werden es wohl sein seit 1998“, schätzt Leikam. Aktuell wird eine Signatur für das neue Rettl-Parfum gegossen, das dann jede Flasche zieren wird.

© KW/Blasi (5)

Nachfolge ist gesichert

Seit Oktober 2021 ist Leikam in Pension und seine Familie führt den Betrieb als freies Gewerbe weiter. Ehefrau Alice ist für die Buchhaltung, das Marketing und den Versand zuständig. Drei der fünf Söhne sind ebenso in das Geschäft einge­stiegen. Thomas, er hat noch bei seinem Vater gelernt, und Christian sind im Neben­erwerb beschäftigt. Stefan leitet die Gießerei und studiert in Graz Sport­wis­sen­schaften und Lehramt. „Wir waren schon als Kinder immer mit in der Werkstatt und sind mit dem Handwerk aufge­wachsen“, erzählt der Juniorchef. Da war es ganz klar, dass der Betrieb am Leben erhalten werden muss. „Du hast am Ende des Tages etwas in der Hand, und siehst, was du geschaffen hast, das macht diesen Beruf aus.“

Für die Zukunft hat die junge Generation auch schon konkrete Pläne: „Wir versuchen soziale Medien zu bespielen, haben Instagram einge­richtet und langfristig planen wir einen Onlin­ever­trieb sowie eine Homepage.“

Aus der Chronik
  • 1990 gründete Rupert Leikam die Zinngie­ßerei Leikam in Knappenberg.
  • Heute ist er der letzte Zinngie­ßer­meister in Öster­reich.
  • Mittler­weile hat Sohn Stefan die Geschäfts­führung übernommen und auch die Familie arbeitet im Betrieb mit.
  • Das Sortiment hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Produ­ziert wird in erster Linie für Stamm­kunden.
  • Die junge Generation setzt auf soziale Medien wie Instagram.
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 1/26 erschienen.
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