Mehrwert von Inklusion erkennen
Vielfalt in Unternehmen lohnt sich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch menschlich.
Rund 1200 Betriebe in Kärnten sind verpflichtet, Menschen mit Behinderungen einzustellen – für jeden 25. Mitarbeiter eine Person. 430 Unternehmen, knapp 36 Prozent, tun dies auch, der Rest zahlt eine Ausgleichstaxe. Obwohl die Zahl seit Jahren leicht steigt, gibt es noch massiv Luft nach oben.
Martin Essl, Gründer des Zero Project Unternehmensdialogs, betont die Vorteile der Inklusion: „Werden Menschen mit Behinderungen entsprechend ihrer Talente und Begabungen eingesetzt, stärkt das nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Wirtschaft. Aus einem Sozialempfänger wird ein Steuerzahler.“ Hier sei es an der Zeit, das Mindset in der Gesellschaft zu ändern und auch bei der Bildung verstärkt auf diese Zielgruppe zu setzen, um sie entsprechend für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren.
Mehr Fachkräfte, stärkere Betriebe
In einigen Kärntner Betrieben hat bereits ein Umdenken stattgefunden. Im Werk von Stora Enso in Bad St. Leonhard arbeiten 269 Mitarbeiter, sieben Menschen mit Behinderungen. René Regenfelder, Leiter der Lehrlingsausbildung, berichtet über seine Erfahrungen: „Ich bin mir sicher, jedes Unternehmen hat Aufgaben, bei denen Menschen mit Behinderungen zum Einsatz kommen können. Sie bereichern das Unternehmen, steigern die Motivation und den Zusammenhalt in den Teams. Ich kann nur jeden Betrieb dazu ermutigen, die Barrieren im Kopf abzubauen.“
Dass berufliche Inklusion funktioniert, bestätigt auch Andreas Jesse, Geschäftsführer von autArK. Der Verein unterstützt durch Coaches am Arbeitsplatz bis hin zur Beratung von Unternehmen. Die meisten Stellen werden unter jungen Menschen vor allem im Handel/Verkauf besetzt, gefolgt von Maschinen/Fahrzeuge/Metall, dem Baugewerbe und Tourismus/Gastgewerbe.
Am 3. Dezember ist der internationale Tag der Menschen mit Behinderungen.
Er soll Aufmerksamkeit für wichtige Themen im Zusammenhang mit der Inklusion von Menschen mit Behinderung generieren, die Sensibilisierung für Behindertenfragen fördern und auf die Vorteile einer integrativen und barrierefreien Gesellschaft für alle aufmerksam machen.