„Kaffee wird zu
einem Aushängeschild“
Tamara Nadolph, Kärntens erste Barista-Bachelor und mehrfache „Latte Art“-Staatsmeisterin, über die Geheimnisse eines richtig guten Kaffees.
„Kärntner Wirtschaft“: Wie hat sich die Kaffeekultur in Kärnten verändert?
Tamara Nadolph: Da hat sich viel getan. Gerade während Corona entstand eine richtige Home-Barista-Szene, weil die Menschen zu Hause guten Kaffee trinken wollten. Dieses Bewusstsein kommt nun auch stärker in der Gastronomie an. Kaffee wird wieder mehr als eigenes Produkt wahrgenommen.
Was macht wirklich guten Kaffee aus?
Es beginnt mit einem hochwertigen Rohkaffee und einer guten Röstung. Bei der Zubereitung gilt die 5‑M-Formel: Mischung, Menge, Mahlung, Maschine und Mensch. Gerade der Mensch ist entscheidend. Eine gute Bohne allein garantiert noch lange keinen guten Kaffee.
Wo gibt es in der Gastronomie bei Kaffee noch Nachholbedarf?
Vor allem beim Wissen und bei der Schulung. Kaffee wird beim Wareneinsatz manchmal behandelt wie die Pizza beim Essen: Man versucht bei jedem Gramm zu sparen. Dabei ist guter Kaffee vergleichsweise günstig und kann ein echtes Aushängeschild sein. Ein Gast erinnert sich an hervorragenden Kaffee – und kommt deshalb auch wieder. Gut geschulte Mitarbeiter sind daher enorm wichtig.
Welche Trends werden bleiben?
Pflanzliche Milchalternativen sind gekommen, um zu bleiben. Gleichzeitig erlebt Filterkaffee ein Comeback, oft mit fruchtigen, fast teeartigen Aromen. Wir beschäftigen uns wieder stärker mit dem Eigengeschmack der Bohne. Kaffee besitzt eine unglaubliche Aromenvielfalt – für mich
sogar eine größere als Wein.
Gesund in den Herbst starten