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© Adobe Stock/Enrico Mantegazza
Kärntner Kaffeekultur

Kleine Bohne
mit großem Anspruch

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Österreicher und begleitet viele von uns täglich. Auch in Kärnten zeigen viele Unternehmer auf, dass der schwarze Trunk viel mehr ist als ein Muntermacher.

12.10.2026 07:07 von Johannes Moser
Lesezeit 7 Minuten

Die Mühle rattert, der Siebträger wird ausge­klopft, die Tassen klirren, Kaffeeduft zieht durch den Raum: Für viele Menschen in Öster­reich ist das die perfekte Geräusch­ku­lisse für die entspannte Verab­redung, eine schnelle Pause oder einen Business­termin. Bei rund 70 Prozent steht das schwarze Heißge­tränk fix auf der Tages­ordnung und erfüllt dabei sowohl die Lust auf den schnellen Koffe­inkick als auch wichtige soziale Funktionen.

Dabei fuchsen sich immer mehr Menschen in das Thema hinein. „In der Corona-Pandemie haben sich viele Menschen zu Hause mit dem Thema beschäftigt, was das Bewusstsein für guten Kaffee geschärft hat“, erzählt Kaffee­künst­lerin Tamara Nadolph aus Ledenitzen, die unter ihrem Label „Coffee Art“ Kurse und Schulungen anbietet.

„Aus einem alltäg­lichen Getränk wird zunehmend ein Genuss­produkt“, sagt auch Markus Ogris, der inmitten von Klagenfurt seit 2020 seinen „Zero Gravity Coffee“ röstet und zubereitet. „Meine Kunden sind vorwiegend Konsu­menten, die zu Hause das perfekte Kaffee­er­lebnis haben möchten.“ Specialty Coffees, Milch-Alter­na­tiven wie Soja‑, Mandel­milch und Nuss-drinks sind definitiv Trends, die gekommen sind, um zu bleiben.

Und viele sehen Kaffee sogar als Chance, um im Betriebs­umfeld bewusst neue Duftmarken zu setzen. „Ich röste nur reinsortig und möchte damit die Herkunft des Kaffees klar definieren“, zeigt sich Michael Kleber, der in seinem Hotel in Velden-Auen seit zwei Jahren selbst röstet, überzeugt. Niemals unter­schätzen darf man die Leistung des Baristas. „Basis für guten Kaffee ist, dass man seine Maschine kennt und diese perfekt einge­stellt ist“, weiß Martin Kribitsch von der Kaffee­teria in Villach.

Stimmen aus der Wirtschaft

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„Kaffee­qua­lität wird in vielen Hotels unter­schätzt. Deshalb röste ich seit rund zwei Jahren selbst und achte besonders auf Herkunft und Qualität der Bohnen. Unsere Gäste schmecken den Unter­schied und nehmen den Kaffee auch gerne mit nach Hause. Auch den Check-in-Prozess verbinde ich gerne mit einer Tasse Kaffee, was tolle Gespräche mit den Gästen ermög­licht. Vor allem jüngere Gäste wissen heute viel mehr über Kaffee. Damit können wir uns als Hotel ganz klar abheben.“

Michael Kleber
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„Das Bewusstsein für guten Kaffee ist in Kärnten deutlich gestiegen. Entscheidend sind dabei nicht nur hochwertige Bohnen, sondern auch gut geschulte Mitar­beiter, die Maschine und Mühle beherr­schen. Aus diesem Grund schulen wir auch andere Betriebe und Inter­es­sierte, auch wenn sie ihren Kaffee nicht bei uns kaufen. Demzu­folge muss ich als echter ‚Kaffee-Nerd‘ natürlich auch Vorreiter sein und im eigenen Haus die Maschinen und Produkte verwenden, die momentan ‚state of the art‘ sind.“

Martin Kribitsch

„Die Bereit­schaft, für guten Kaffee und hochwertige Maschinen mehr auszu­geben, ist gestiegen. Neben der Bohne sind Wasser, Maschi­nen­ein­stellung und persön­licher Geschmack entscheidend. Kaffee­voll­au­to­maten repariere ich aus Leiden­schaft und der Umwelt zuliebe – mit Ersatz­teilen lassen sich auch ältere Geräte oft noch viele Jahre erhalten.“

Martin Ebner

„Meine Kunden sind großteils Konsu­menten, die zu Hause und bei mir im Shop wirklich Wert auf hohe Qualität der gerös­teten Bohnen legen. Aus diesem Grund röste ich ausschließlich Specialty Coffees, das sind Sorten aus kontrol­lierten und rückver­folg­baren Anbau­ge­bieten. Das Wichtigste bei einer Tasse Kaffee, egal welche Röstung und Zubereitung, ist die Ausge­wo­genheit.“

Markus Ogris
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„Die Wertschätzung für einen guten Kaffee und vor allem dessen Herkunft ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Ich kann glück­li­cher­weise mit voller Trans­parenz bezüglich der Rückver­folg­barkeit punkten, was meine Kunden sehr schätzen. Kaffee muss aber vor allem auch zum Moment und zur Situation passen. Deshalb ist der beste Kaffee für mich persönlich der mit Liebe gebrühte Filter­kaffee jeden Morgen zum Sonnen­aufgang.“

Martin Morolz
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 19/26 erschienen.
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