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Anton Cimenti mit Sohn Fabio und Schwiegersohn René Pansi. © KW/Gutschi
Anton Cimenti

Von der
Dampf­ma­schine zur Robotik

Seit über hundert Jahren wird in Ettendorf in Lavamünd im Sägewerk der Familie Cimenti Holz verarbeitet – einst mit handbetriebenen Dampfmaschinen, heute mit vollautomatisierter Hightech-Robotik.

24.09.2026 08:56 - Update am: 24.09.2026 08:56 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 7 Minuten

Vor mehr als 100 Jahren, im Jahr 1918, beginnt die Geschichte des Sägewerks Cimenti. Damals noch als Außen­stelle der Firma Fratelli Romanelli, die ihren Sitz in Udine hatte und von dort aus den italie­ni­schen Markt mit Holz belie­ferte. Das Unter­nehmen beschäf­tigte damals 130 Mitar­bei­tende, die die Dampf­ma­schinen händisch betrieben und die Waggons der Gleis­an­lagen von Hand beluden.

In den 1980er-Jahren kam es zur entschei­denden Wende: Die Firma Fratelli Romanelli geriet in Schwie­rig­keiten. Umberto Cimenti beschloss daraufhin gemeinsam mit seinem Neffen Anton, der gerade seine Ausbildung zum Säger abgeschlossen hatte, das Sägewerk in Ettendorf zu übernehmen. Seit 1999 leitet Anton Cimenti die Geschäfte des Unter­nehmens. „Damals beendete ich gerade die Fachschule in Kuchl und begann meine Laufbahn als Säger. Diese Entscheidung habe ich nie bereut“, erzählt Cimenti.

Die Verbindung zum italie­ni­schen Markt ist bis heute geblieben: 70 Prozent der Produktion expor­tiert das Sägewerk nach wie vor nach Italien, 30 Prozent nach Kroatien.

Überschwemmung und Bauverbot

Vor Heraus­for­de­rungen blieb das Unter­nehmen aber auch in den folgenden Jahren nicht verschont: Ein Hochwasser setzte das Sägewerk 2004 eineinhalb Meter tief unter Wasser. Die Folgen der Überschwemmung reichten weit über den unmit­tel­baren Schaden hinaus: Das Land Kärnten erklärte das Firmen­areal zur roten Zone mit Bauverbot.

2018 errichtete das Unter­nehmen mit Unter­stützung des Landes einen Hochwas­ser­schutz. Mit Fertig­stellung des Hochwas­ser­schutzes endete auch das Bauverbot. Anschließend inves­tierte das Unter­nehmen in eine Photovol-taikanlage mit 200 kWp Leistung, mit der ein Teil des benötigten Stroms selbst produ­ziert wird.

© KW/Gutschi (6)

Von der Dampf­ma­schine zur Saw-Box

Von den einstigen Dampf­ma­schinen ist heute nichts mehr übrig. An ihre Stelle ist die Saw-Box der Firma Springer getreten – ein in Kärnten entwi­ckeltes, vollau­to­ma­ti­siertes Kompakt-Sägewerk. Wo früher zahlreiche Arbeits­schritte und viele Fachkräfte nötig waren, übernehmen heute 3D-Sensoren, Software, Robotik und ein einziger Bediener das Zusam­men­spiel: Jeder Stamm wird vermessen, das optimale Schnittbild berechnet und das Holz mit minimalem Verschnitt verar­beitet. Umgesetzt wurde das Projekt von regio­nalen Firmen aus Kärnten und dem Lavanttal.

Auf nur 1000 Quadrat­metern lassen sich so bis zu 15.000 Festmeter pro Jahres­schicht verar­beiten. Aus Rundholz wird in wenigen Minuten fertiges Schnittholz.„Wir standen vor der Entscheidung, aufzu­hören und in Pension zu gehen, oder in die Zukunft zu inves­tieren“, sagt Anton Cimenti. Sohn Fabio stieg ins Unter­nehmen ein und entschied gemeinsam mit Schwager René Pansi zu inves­tieren und den Betrieb weiter­zu­ent­wi­ckeln. Ein Motiv wog dabei besonders schwer: der Perso­nal­mangel in der Branche. „Wir suchen bereits seit zwei Jahren passende Mitar­beiter für unser Sägewerk“, so Cimenti. Damit ist die dritte Generation bereits am Werk und schreibt die Geschichte des Sägewerks technisch neu.

Aus der Chronik
  • 1918 wird das Sägewerk Fratelli Romanelli gegründet.
  • 1986 übernimmt Umberto Cimenti mit seinem Neffen Anton Cimenti das Sägewerk in Ettendorf.
  • Seit 1999 ist Anton Cimenti Geschäfts­führer.
  • 2004 trifft das Sägewerk ein Hochwasser.
  • 2019 tritt Sohn Fabio Cimenti in die FIirma ein. In diesem Jahr wird auch der Hochwas­ser­schutz errichtet.
  • 2021 wird eine PV-Anlage gebaut.
  • 2026 geht die Saw-Box in Betrieb.
  • Der Famili­en­be­trieb beschäftigt aktuell fünf Mitar­beiter.
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 18/26 erschienen.
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