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© Florian Mori
Winkler

„Die Kostenlast für Klein­be­triebe ist viel zu groß“

Winkler Schmuck aus Völkermarkt feiert heuer sein 130-Jahr-Jubliäum. Der Familienbetrieb wird von der fünften Generation geführt und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Die „Kärntner Wirtschaft“ im Interview mit Daniel und Katrin Winkler-Jandl.

02.04.2026 09:18 von Claudia Blasi
Lesezeit 4 Minuten

„Kärntner Wirtschaft“: Was macht erfolg­reich gelebtes Unter­neh­mertum aus?

Katrin Winkler-Jandl: Fleiß.
Daniel Winkler: Die Fähigkeit, ein Risiko abwägen und sich selbst einschätzen zu können – ein gesunder Realismus schadet sicherlich nicht.

Für welche Werte hat ein Unter­nehmen zu stehen?

Daniel Winkler: Zuver­läs­sigkeit.

Warum sind Unter­neh­mer­per­sön­lich­keiten wichtig für das Land?

Daniel Winkler: Weil vor allem die Klein­be­triebe anders agieren, als große Konzerne. Wir sind mit der Stadt, der Region und den Menschen persönlich verbunden.
Katrin Winkler-Jandl: Und sie schaffen Arbeits­plätze.

Wird die Rolle des Unter­neh­mertums in der Öffent­lichkeit wahrge­nommen?

Katrin Winkler-Jandl: Ich denke sie wird nicht wahrheits­getreu wahrge­nommen. Viele denken bei Unter­nehmern sofort an Luxus und Geld. Diese mag es geben – für die Mehrheit geht es aber gerade jetzt wohl eher ums Überleben.

Ihr Wunsch an die Politik?

Daniel Winkler: Die Politik sollte sich Gedanken machen über die Kostenlast bei Gebühren und die Sinnhaf­tigkeit von Auflagen wie beispiels­weise bei der Rundfunk­gebühr, die an die Kommu­nal­steuer geknüpft ist – egal ob ich in meinem Geschäft überhaupt einen TV-Anschluss habe oder nicht. Von der Kommu­nal­po­litik würde ich mir mehr Weitsicht wünschen, vor allem was die Gestaltung der Innen­städte betrifft. Den Stadtrand mit Einkaufs­tempeln zuzupflastern, ist rückständig.

Was sind Gefahren für das Unter­neh­mertum?

Daniel Winkler: Die überbor­dende Bürokratie, die Steuerlast für Klein­be­triebe … Katrin Winkler-Jandl: … und fehlge­leitete Politik.

Im nächsten Unternehmer­leben würde ich …

Daniel Winkler: … Apotheker werden. Katrin Winkler-Jandl: Ortho­pädin werden.

Aus der Chronik
  • Am 8. Mai 1896 gründet Uhrmacher Ludwig Greiner das Geschäft am Haupt­platz in Völker­markt.
  • 1910 übernimmt sein Sohn Hans Winkler. Er verstirbt im Krieg und Witwe Maria führt den Betrieb fort.
  • 1953 tritt Sohn Wilhelm Winkler in die Fußstapfen seines Vaters – gemeinsam mit seiner Gattin Mathilde, die dem Betrieb bis ins hohe Alter erhalten blieb.
  • 1976 folgt deren gemein­samer Sohn Erich Winkler nach.
  • 2014 übernimmt schließlich mit dem Ur-Ur-Enkel Daniel Winkler die fünfte Generation das Steuer.
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 6/26 erschienen.
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