„Die Kostenlast für Kleinbetriebe ist viel zu groß“
Winkler Schmuck aus Völkermarkt feiert heuer sein 130-Jahr-Jubliäum. Der Familienbetrieb wird von der fünften Generation geführt und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Die „Kärntner Wirtschaft“ im Interview mit Daniel und Katrin Winkler-Jandl.
„Kärntner Wirtschaft“: Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?
Katrin Winkler-Jandl: Fleiß.
Daniel Winkler: Die Fähigkeit, ein Risiko abwägen und sich selbst einschätzen zu können – ein gesunder Realismus schadet sicherlich nicht.
Für welche Werte hat ein Unternehmen zu stehen?
Daniel Winkler: Zuverlässigkeit.
Warum sind Unternehmerpersönlichkeiten wichtig für das Land?
Daniel Winkler: Weil vor allem die Kleinbetriebe anders agieren, als große Konzerne. Wir sind mit der Stadt, der Region und den Menschen persönlich verbunden.
Katrin Winkler-Jandl: Und sie schaffen Arbeitsplätze.
Wird die Rolle des Unternehmertums in der Öffentlichkeit wahrgenommen?
Katrin Winkler-Jandl: Ich denke sie wird nicht wahrheitsgetreu wahrgenommen. Viele denken bei Unternehmern sofort an Luxus und Geld. Diese mag es geben – für die Mehrheit geht es aber gerade jetzt wohl eher ums Überleben.
Ihr Wunsch an die Politik?
Daniel Winkler: Die Politik sollte sich Gedanken machen über die Kostenlast bei Gebühren und die Sinnhaftigkeit von Auflagen wie beispielsweise bei der Rundfunkgebühr, die an die Kommunalsteuer geknüpft ist – egal ob ich in meinem Geschäft überhaupt einen TV-Anschluss habe oder nicht. Von der Kommunalpolitik würde ich mir mehr Weitsicht wünschen, vor allem was die Gestaltung der Innenstädte betrifft. Den Stadtrand mit Einkaufstempeln zuzupflastern, ist rückständig.
Was sind Gefahren für das Unternehmertum?
Daniel Winkler: Die überbordende Bürokratie, die Steuerlast für Kleinbetriebe … Katrin Winkler-Jandl: … und fehlgeleitete Politik.
Im nächsten Unternehmerleben würde ich …
Daniel Winkler: … Apotheker werden. Katrin Winkler-Jandl: Orthopädin werden.
- Am 8. Mai 1896 gründet Uhrmacher Ludwig Greiner das Geschäft am Hauptplatz in Völkermarkt.
- 1910 übernimmt sein Sohn Hans Winkler. Er verstirbt im Krieg und Witwe Maria führt den Betrieb fort.
- 1953 tritt Sohn Wilhelm Winkler in die Fußstapfen seines Vaters – gemeinsam mit seiner Gattin Mathilde, die dem Betrieb bis ins hohe Alter erhalten blieb.
- 1976 folgt deren gemeinsamer Sohn Erich Winkler nach.
- 2014 übernimmt schließlich mit dem Ur-Ur-Enkel Daniel Winkler die fünfte Generation das Steuer.