Ein Familienbetrieb als größtes Schmuckstück
Winkler Schmuck aus Völkermarkt feiert heuer sein 130-Jahr-Jubliäum. Der Familienbetrieb wird von der fünften Generation geführt und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.
Drehen wir das Rad der Zeit 130 Jahre zurück in das Jahr 1896. In Pferdekutschen fahren die Menschen über den Hauptplatz in Völkermarkt und bewundern eine neue Auslage. Es ist das Schaufenster von Ludwig Greiner, der gerade ein Uhrenfachgeschäft eröffnet hat. Nicht wissend, dass sein Betrieb zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen und sogar eine Pandemie überdauern wird.
Heute steht sein Ur-Ur-Enkel Daniel Winkler gemeinsam mit seiner Frau Katrin Winkler-Jandl im Geschäft. Das Angebot reicht längst über Uhren hinaus: Schmuck aus Gold, Silber und Stahl, Edelsteine sowie eine Werkstätte und ein Online-Shop gehören dazu. Das Besondere sei aber die große Bandbreite: Vom klassischen Batterietausch über persönliche Gravuren bis hin zu individuellen Einzelanfertigungen ist nahezu alles möglich.
Der gelernte Goldschmied machte sich bereits 1998 selbstständig und eröffnete ein Atelier in Klagenfurt. „Zwölf Jahre lang habe ich meinen eigenen Schmuck entworfen, Einzelstücke und Kleinserien“, erzählt Winkler. Als sein Vater in Pension ging, fiel die Entscheidung, den Familienbetrieb zu übernehmen. „Der Umstieg in den Handel war eine große Veränderung, aber auch mit der Verantwortung verbunden, dieses Erbe erfolgreich weiterzuführen.“
Vor drei Jahren übersiedelte das Geschäft vom bekannten „Winklereck“ nur wenige Meter weiter direkt vor das Rathaus in Völkermarkt. Seither stehen mehr Fläche und ein heller, moderner Präsentationsraum zur Verfügung.
Das freut auch die Kunden, die den Standortwechsel nach 100 Jahren mitgetragen haben. „Das Schönste am Beruf ist es, die Menschen glücklich zu machen und ihre Erwartungen noch zu übertreffen“, erzählt der Goldschmied. In Erinnerung geblieben sind dabei außergewöhnliche Aufträge: Etwa das Anfertigen eines wertvollen Colliers, bei dem die Haare des verstorbenen Pudels hinter Saphirglas eingearbeitet wurden oder das Einschmelzen der Haare der verstorbenen Katze in einen Goldanhänger. „Schmuck ist Emotion und erzählt immer eine Geschichte und mit unseren Arbeiten berühren wir unsere Kunden oft so sehr, dass sie zu Tränen gerührt sind“, erzählt Katrin Winkler-Jandl.
Spürbar sei aber auch die angespannte wirtschaftliche Lage. „Die Frequenz in den Innenstädten nimmt ab, spontane Käufe im Luxussegment bleiben völlig aus“, betont sie. Dieser Trend habe sich seit der Pandemie verstärkt und halte weiter an. In Kombination mit geopolitischer Unsicherheit und steigenden Goldpreisen werde daher bewusster gekauft und in hochwertige Schmuckstücke investiert.
Und so wie die Taschenuhr vor 130 Jahren eine Wertanlage für Generationen war, so steht auch heute noch ein Schmuckstück für Werte, die bleiben.
- Am 8. Mai 1896 gründet Uhrmacher Ludwig Greiner das Geschäft am Hauptplatz in Völkermarkt.
- 1910 übernimmt sein Sohn Hans Winkler. Er verstirbt im Krieg und Witwe Maria führt den Betrieb fort.
- 1953 tritt Sohn Wilhelm Winkler in die Fußstapfen seines Vaters – gemeinsam mit seiner Gattin Mathilde, die dem Betrieb bis ins hohe Alter erhalten blieb.
- 1976 folgt deren gemeinsamer Sohn Erich Winkler nach.
- 2014 übernimmt schließlich mit dem Ur-Ur-Enkel Daniel Winkler die fünfte Generation das Steuer.