Stehen hinter Schmuck Winkler: Daniel Winkler ist der erste Goldschmied in seiner Familie und passionierter Jäger. Katrin Winkler-Jandl hat Politikwissenschaften studiert und ist auch noch als Kabarettistin auf der Bühne zu sehen.
Stehen hinter Schmuck Winkler: Daniel Winkler ist der erste Goldschmied in seiner Familie und passionierter Jäger. Katrin Winkler-Jandl hat Politikwissenschaften studiert und ist auch noch als Kabarettistin auf der Bühne zu sehen. © Florian Mori
Winkler Schmuck

Ein Famili­en­be­trieb als größtes Schmuck­stück

Winkler Schmuck aus Völkermarkt feiert heuer sein 130-Jahr-Jubliäum. Der Familienbetrieb wird von der fünften Generation geführt und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

26.03.2026 08:54 von Claudia Blasi
Lesezeit 6 Minuten

Drehen wir das Rad der Zeit 130 Jahre zurück in das Jahr 1896. In Pferde­kut­schen fahren die Menschen über den Haupt­platz in Völker­markt und bewundern eine neue Auslage. Es ist das Schaufens­ter von Ludwig Greiner, der gerade ein Uhren­fach­ge­schäft eröffnet hat. Nicht wissend, dass sein Betrieb zwei Weltkriege, Wirtschafts­krisen und sogar eine Pandemie überdauern wird.

Heute steht sein Ur-Ur-Enkel Daniel Winkler gemeinsam mit seiner Frau Katrin Winkler-Jandl im Geschäft. Das Angebot reicht längst über Uhren hinaus: Schmuck aus Gold, Silber und Stahl, Edelsteine sowie eine Werkstätte und ein Online-Shop gehören dazu. Das Besondere sei aber die große Bandbreite: Vom klassi­schen Batte­rie­tausch über persön­liche Gravuren bis hin zu indivi­du­ellen Einzel­an­fer­ti­gungen ist nahezu alles möglich.

Primär
Sekundär
© Winkler Schmuck / © Mori

Der gelernte Goldschmied machte sich bereits 1998 selbst­ständig und eröffnete ein Atelier in Klagenfurt. „Zwölf Jahre lang habe ich meinen eigenen Schmuck entworfen, Einzel­stücke und Klein­serien“, erzählt Winkler. Als sein Vater in Pension ging, fiel die Entscheidung, den Famili­en­be­trieb zu übernehmen. „Der Umstieg in den Handel war eine große Verän­derung, aber auch mit der Verant­wortung verbunden, dieses Erbe erfolg­reich weiter­zu­führen.“

Vor drei Jahren übersie­delte das Geschäft vom bekannten „Winkler­eck“ nur wenige Meter weiter direkt vor das Rathaus in Völker­markt. Seither stehen mehr Fläche und ein heller, moderner Präsen­ta­ti­onsraum zur Verfügung.

© Florian Mori (4)

Das freut auch die Kunden, die den Stand­ort­wechsel nach 100 Jahren mitge­tragen haben. „Das Schönste am Beruf ist es, die Menschen glücklich zu machen und ihre Erwar­tungen noch zu übertreffen“, erzählt der Goldschmied. In Erinnerung geblieben sind dabei außer­ge­wöhn­liche Aufträge: Etwa das Anfer­tigen eines wertvollen Colliers, bei dem die Haare des verstor­benen Pudels hinter Saphirglas einge­ar­beitet wurden oder das Einschmelzen der Haare der verstor­benen Katze in einen Goldan­hänger. „Schmuck ist Emotion und erzählt immer eine Geschichte und mit unseren Arbeiten berühren wir unsere Kunden oft so sehr, dass sie zu Tränen gerührt sind“, erzählt Katrin Winkler-Jandl.

Spürbar sei aber auch die angespannte wirtschaft­liche Lage. „Die Frequenz in den Innen­städten nimmt ab, spontane Käufe im Luxus­segment bleiben völlig aus“, betont sie. Dieser Trend habe sich seit der Pandemie verstärkt und halte weiter an. In Kombi­nation mit geopo­li­ti­scher Unsicherheit und steigenden Goldpreisen werde daher bewusster gekauft und in hochwertige Schmuck­stücke inves­tiert.

Und so wie die Taschenuhr vor 130 Jahren eine Wertanlage für Genera­tionen war, so steht auch heute noch ein Schmuck­stück für Werte, die bleiben.

Aus der Chronik
  • Am 8. Mai 1896 gründet Uhrmacher Ludwig Greiner das Geschäft am Haupt­platz in Völker­markt.
  • 1910 übernimmt sein Sohn Hans Winkler. Er verstirbt im Krieg und Witwe Maria führt den Betrieb fort.
  • 1953 tritt Sohn Wilhelm Winkler in die Fußstapfen seines Vaters – gemeinsam mit seiner Gattin Mathilde, die dem Betrieb bis ins hohe Alter erhalten blieb.
  • 1976 folgt deren gemein­samer Sohn Erich Winkler nach.
  • 2014 übernimmt schließlich mit dem Ur-Ur-Enkel Daniel Winkler die fünfte Generation das Steuer.
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 6/26 erschienen.
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