Das Team hinter dem Morle-Eis: Yvonne Schmucker mit Michaela Scheinig-Truppe sowie Thomas, Hermi und Tom Truppe.
Das Team hinter dem Morle-Eis: Yvonne Schmucker mit Michaela Scheinig-Truppe sowie Thomas, Hermi und Tom Truppe. © Thomas Hude
Morle-Eis

Botschafter des
guten Geschmacks

Liebe, Kreativität und Zungenspitzengefühl haben Thomas Truppe mit Morle Eis zu einem der beliebtesten Eissalons Kärntens verholfen.

23.06.2024 08:12 von Claudia Blasi
Lesezeit 7 Minuten

Nicht mit Eiscreme, sondern mit Torten beginnt die Liebes­ge­schichte zwischen Thomas Truppe und seiner Hermi. Sie arbeitete in einer Kondi­torei in Klagenfurt. Er, Sohn einer bekannten Fleischerei, lieferte den Schinken. „Um mit ihr ins Gespräch zu kommen, habe ich unzählige Torten­stücke gekauft und sie wurde tatsächlich auf mich aufmerksam“, erzählt Truppe.

Mit kleinem Eiswagerl startete Morle Eis

Nur ein Jahr später haben sie den ersten Eissalon Kärntens gegründet mit ausschließlich handwerklich erzeugtem Speiseeis. Inspi­ration holte er sich von seinem Jugend­freund Armando Longo, dessen Familie damals einen gutge­henden Eissalon am Heili­gen­geist­platz hatte. Mit einem kleinen Eiswagerl startete der Verkauf und mündete dann in die „Eisme­tropole“ an der Steinernen Brücke in Klagenfurt. Seine Frau übernahm die Service-Leitung und bereitete kunst­volle Eis-Coups zu.

Morle Eis beim Patentamt angemeldet

Um sich von der Konkurrenz zu unter­scheiden, überraschte das Unter­neh­merpaar immer wieder mit neuen Ideen. 1976 meldete man das Morle-Eis – die hauch­zarte Glasur aus belgi­scher Schokolade – beim Patentamt an. Damit wurde es zur Marke. „Hier geht es um die exakte Tempe­ratur, das Abschmelz­ver­halten auf der Zunge – man muss das Eis spüren“, ist der Experte überzeugt. 1986 folgte mit 322 Eiskugeln auf einer Tüte der Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde im Eisku­gel­stapeln. Zudem wurden immer öfter Veran­stal­tungen und Konzerte organi­siert, die mit über 3000 Besuchern den örtlichen Rahmen sprengten.

Neben der Kreati­vität sei vor allem die Qualität für den langjäh­rigen Erfolg entscheidend. Die Milch für das Eis wird von der Sonnenalm in Klein St. Paul bezogen. Die Früchte kommen weitest­gehend aus der Region oder aus Italien. Bei der Produktion sind dann Handwerk, Geduld und Liebe zum Produkt gefragt, weiß Yvonne Schmucker. Sie leitet seit 2008 die Speise­eis­er­zeugung. Sämtliche Frucht­eis­sorten sind vegan. Generell produ­ziere man zucker­re­du­ziert und der Schuss Mineral­wasser ist eine Geheim­zutat. Zum Jubiläum hat sie ein spezi­elles Eis geschaffen: Mandel-Crunch mit Johan­nis­beere. Ihre Experi­men­tier­freude reicht vom Weihrauch- bis zum Senfeis.

Ein Familien-Clan, der zusam­menhält

Tochter Michaela ist die „Frontfrau“ und für den Eisverkauf und die Tüten­pro­duktion zuständig. Sohn Tom hat den Famili­en­be­trieb übernommen und moder­ni­siert. Zwischen­zeit­liche Standorte löste man wieder auf und alles konzen­trierte sich auf das Stammhaus. „Unsere Eltern haben viel gearbeitet, aber sie waren immer für uns da. Wir hatten eine schöne Gastro­kindheit und eine meiner ersten Aufgaben war sicherlich das Tunken in die Schokolade“, erzählt der Juniorchef.

Besonders stolz sei er auf das tolle Team: „Wir halten alle zusammen.” Wenn man unter­schied­licher Meinung sei, disku­tiere man und suche gemeinsam nach der bestmög­lichen Lösung. Als Beispiel nennt er die einge­führten Selbst­be­dienung aufgrund des Mitar­bei­ter­mangels.

Musika­li­sches Talent liegt in Familie

Auch als DJ zieht Tom durch die Lande. Das musika­lische Talent hat er wohl von Vater Thomas geerbt, der selbst am Konser­va­torium Gitarre studieren wollte, aber dann von seinem Vater in die Fleischerei der Familie einbe­rufen wurde. Doch wäre es nicht so gekommen, hätten sich auch die Wege von Hermi und Thomas Truppe nie gekreuzt und wer weiß, ob wir dann heute über 50 Jahre Morle-Eis berichten könnten …

Aus der Chronik
  • 1974 gründet Eiskon­ditor Thomas Truppe mit seiner Frau Hermi ein kleine Eiser­zeugung. Im selben Jahr wird noch die „Eisme­tropole“ an der Steinernen Brücke eröffnet.
  • 1976 wird das „Morle-Eis“ beim Patentamt angemeldet.
  • 1991 steigt Tochter Michaela in den Betrieb ein. Bruder Tom folgt später nach.
  • 2016 wird die Morle GmbH gegründet.
  • Mit dem Umbau und der Neuge­staltung des Eis­salons 2020 übernimmt Tom Truppe die Führung des Betriebes, seine Eltern bleiben Teil des Teams.
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