Florian Heitzmanns (ganz rechts) 15-köpfiges Team besteht zu einem großen Teil aus Quereinsteigern.
Florian Heitzmanns (ganz rechts) 15-köpfiges Team besteht zu einem großen Teil aus Quereinsteigern. © KK/Gert Perauer
Der Fleischveredler

Bei Heit­zmann hat
Tra­di­ti­on Zukunft

Bei der Fleischerei Heitzmann hat Stillstand keinen Platz. Der Seebodner Traditionsbetrieb besteht bereits seit über 100 Jahren, ist jedoch immer einen Schritt voraus. Geschäftsführer Florian Heitzmann setzt auf Innovation gepaart mit traditionellen Werten.

23.05.2024 10:11 - Update am: 11.06.2024 11:37 von Christina Scherzer
Lesezeit 7 Minuten

Ob Haus­manns­kost im Glas, der spon­ta­ne Ein­kauf zu spä­ter Stun­de oder ein herz­haf­tes Stück Speck per Post – die See­bod­ner Flei­sche­rei „Heit­zmann – der Fleisch­ver­ed­ler“ besteht zwar schon seit über 100 Jah­ren, doch von Still­stand kei­ne Spur. Für den fri­schen Wind im tra­di­tio­nel­len Hand­werk sorgt Geschäfts­füh­rer Flo­ri­an Heit­zmann. Mit 27 Jah­ren über­nahm er den Fami­li­en­be­trieb und ist seit­her Chef eines 15-köp­fi­gen Teams. Vor­bild für sei­ne neu­en, inno­va­ti­ven Wege sind sei­ne Eltern. Schon sie hät­ten neue Trends erkannt und sei­en recht­zei­tig auf den jewei­li­gen Zug auf­ge­sprun­gen: „Wir zähl­ten immer wie­der zu den Vor­rei­tern und haben zum rich­ti­gen Zeit­punkt die rich­ti­gen Wege ein­ge­schla­gen“, erzählt der Flei­scher­meis­ter. 

Ein­kauf rund um die Uhr

Stei­gen­de Kos­ten machen auch vor dem Flei­scher­be­trieb nicht halt. „Unser Ener­gie­auf­wand ist durch die leis­tungs­star­ken Maschi­nen, Kühl­häu­ser und Räu­cher­kam­mern sehr hoch.“ Die im ver­gan­ge­nen Jahr ange­schaff­te Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge decke nun aber einen gro­ßen Teil davon ab.

Kei­nes­falls gespart wird bei Heit­zmann an der Qua­li­tät. „Mei­ne Mut­ter hat einen gro­ßen Teil zum Erfolg bei­getra­gen, denn sie hat gese­hen, dass man auf Qua­li­tät set­zen muss“, sagt der See­bod­ner. Die­se fan­ge schon beim Roh­stoff an. Das Fleisch bezieht der Betrieb des­halb aus Kärn­ten. „Wir kön­nen uns glück­lich schät­zen, für unser land­wirt­schaft­li­ches Gefü­ge“, ergänzt Heit­zmann.
Auch in Zukunft will man wei­ter­hin auf Regio­na­li­tät und Nach­hal­tig­keit set­zen. Außer­dem will Flo­ri­an Heit­zmann die Wer­te des Fami­li­en­be­trie­bes bewah­ren und an der Tra­di­ti­on nicht rüt­teln.

Qua­li­tät aus Kärn­ten

So setzt der 32-Jäh­ri­ge auf den Trend der bäu­er­li­chen Selbst­be­die­nungs­hüt­ten und ermög­licht es seit ver­gan­ge­nem Jahr, auch an Ruhe­ta­gen oder nach Fei­er­abend ein­zu­kau­fen. Mit nur weni­gen Hand­grif­fen lässt sich das Geschäft nach Laden­schluss in einen Selbst­be­die­nungs­la­den ver­wan­deln. Abge­trennt durch eine ver­schieb­ba­re Glas­wand ist der Zugang mit einer Ban­ko­mat­kar­te mög­lich. „Die Idee des SB-Bereichs ist voll auf­ge­gan­gen. Unse­re Wer­te haben wir dabei wei­ter­hin bewahrt.“ Wem der Weg ins Geschäft zu weit ist, der kann die regio­na­len Schman­kerln auch im Online­shop bestel­len. Gelie­fert wird dabei bis nach Deutsch­land.

Primär
Sekundär
© KK / © KK

Heit­zmann im Glas

Neben den klas­si­schen Fleisch­spe­zia­li­tä­ten fin­det man bei Heit­zmann auch haus­ge­mach­te Tra­di­ti­ons­ge­rich­te im Glas. „In einer Zeit, in der nie­mand mehr Zeit zum Kochen hat, haben wir unse­re Mar­ke ‚Flott & Satt‘ ent­wi­ckelt.“ Die Nach­fra­ge nach den Fer­tig­ge­rich­ten sei groß und wach­se ste­tig. „Wir haben die Mar­ke vor zwei Jah­ren ins Leben geru­fen und ich den­ke, wir waren und sind damit erneut Vor­rei­ter“, so der Unter­neh­mer. 
Pro­du­ziert und zube­rei­tet wird alles unter einem Dach. In der Pro­duk­ti­on legt der Chef selbst Hand an. Unter­stützt wird er dabei von sei­nem Onkel, der eben­falls Flei­scher­meis­ter ist. „Wir sind ein ein­ge­spiel­tes Team, jeder weiß, was er zu tun hat und da sitzt jeder Hand­griff“, erzählt Heit­zmann.

Aus der Chro­nik
  • 1923 grün­de­te Flo­ri­an Heit­zmanns Urgroß­va­ter die Flei­sche­rei am heu­ti­gen Stand­ort. Damals wur­de noch selbst im Betrieb geschlach­tet.
  • Im Jahr 1961 über­nahm der Schwie­ger­sohn Ernst Heit­zmann das Unter­neh­men und erwei­ter­te es.
  • Nach der Über­ga­be an Ernst Heit­zmann jun. wur­de das Geschäft 1989 völ­lig umge­baut. Im Jahr 2006 fand ein wei­te­rer Geschäfts­um­bau statt und die Laden­flä­che wur­de durch einen Imbiss-Bereich erwei­tert. So wird bis heu­te noch ein täg­li­ches Mit­tags­me­nü ange­bo­ten.
  • Anfang 2020 über­nahm Flo­ri­an Heit­zmann in der vier­ten Gene­ra­ti­on den Tra­di­ti­ons­be­trieb.
  • 2023 wur­de das Geschäft erneut kom­plett umge­baut, reno­viert und um einen Selbst­be­die­nungs­be­reich erwei­tert. Kun­den kön­nen jetzt auch nach den Öff­nungs­zei­ten dort ein­kau­fen.
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Die­ser Arti­kel ist in Aus­ga­be 10/24 erschie­nen.
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Mehr zum The­ma gibt es hier: „Inno­va­ti­on trotz Tra­di­ti­on“.