Alpinist und Unternehmer Gerald Sagmeister war von Amerika bis Asien ständig auf der Suche nach der perfekten Route. Heute  ist er überwiegend im „high life“-Shop anzutreffen.
Alpinist und Unternehmer Gerald Sagmeister war von Amerika bis Asien ständig auf der Suche nach der perfekten Route. Heute ist er überwiegend im „high life“-Shop anzutreffen. © Peter Just
„high life“

Wenn der Berg
zur Beru­fung wird

Gerald Sagmeister (62) aus Feistritz im Rosental hat vor 34 Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht und eine Alpinschule mit einem Sportfachhandel gegründet.

02.04.2025 15:06 - Update am: 03.04.2025 07:33 von Claudia Blasi
Lesezeit 6 Minuten

Sie ist 1800 Meter hoch, fast senk­recht und hält die schwierigs­ten Rou­ten der Alpen bereit: die Eiger- Nord­wand. Auch für Gerald Sag­meis­ter bleibt die Bestei­gung ein unver­gess­li­ches Erleb­nis. Das Wet­ter schlug um, aus den geplan­ten zwei Tagen wur­den fünf. „Damals dach­te ich wirk­lich, wir schaf­fen es nicht mehr aus der Wand raus“, erzählt der Berg- und Ski­füh­rer. Doch sol­che Grenz­erfah­run­gen kön­nen sei­ner Lei­den­schaft für die Ber­ge nichts anha­ben. „Es ist wie ein Zwang, wie eine Sucht, da kann man nicht ein­fach auf­hö­ren.“

Berg­ge­ne im Blut

Die Ver­bun­den­heit mit der Natur beglei­te ihn seit sei­ner Kind­heit. Der Vater war Alpi­nist, mehr­mals auf dem Hima­la­ya – das prä­ge. Nach dem Stu­di­um der Sport­wis­sen­schaf­ten in Graz folg­te der für ihn ein­zig denk­ba­re Schritt in die Selbst­stän­dig­keit. Fle­xi­bi­li­tät und Unab­hän­gig­keit waren sei­ne Moti­ve. Er grün­de­te eine Alpin­schu­le und ein Sport­ge­schäft, über­sie­del­te Jah­re spä­ter nach Kla­gen­furt. Heu­te ist „high life“ schon längst kein Geheim­tipp mehr unter Natur­freun­den. Alles rund um Berg­sport, Wan­dern und Ski­tou­ren ist im sorg­fäl­tig aus­ge­wähl­ten Sor­ti­ment zu fin­den. Was „high life“ von den „Gro­ßen“ der Bran­che unter­schei­det? Jeder Mit­ar­bei­ter ist selbst mit dem Berg und den Pro­duk­ten ver­traut – ob bei Beklei­dung oder Tech­nik. „Das ist eine abso­lu­te Nische und ermög­licht eine Bera­tung, die wir als Ser­vice am Kun­den ver­ste­hen“, betont Sag­meis­ter. Die Ausrüs­tung kann auch aus­ge­lie­hen wer­den. Soll­te ein­mal etwas der Belas­tung nicht Stand hal­ten, wird im Haus repa­riert. Ent­spre­chend der Unter­neh­mens­phi­lo­so­phie wer­den aus­schließ­lich Mar­ken ange­bo­ten, die auf Qua­li­tät und Nach­hal­tig­keit set­zen.

Alpin­schu­le boomt

Neben dem Fach­ge­schäft flo­rie­re auch die Alpin­schu­le, die inzwi­schen von Micha­el Mautz gelei­tet wird. Im Som­mer ste­hen Klet­tern, Hoch­tou­ren und Berg­stei­gen sowie Can­yo­ning in der Tschepp­a­schlucht auf dem Pro­gramm. Im Win­ter kön­nen Ski-tou­ren vom Lesach­tal bis in die chi­le­ni­schen Anden und nach Nor­we­gen gebucht wer­den. „Hier wird der Kli­ma­wan­del spür­bar. Um die Sehn­sucht der Men­schen nach einem wei­ßen Win­ter zu stil­len, buchen wir immer mehr in Desti­na­tio­nen über 1500 Meter See­hö­he.“

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© Peter Just (3)

Von der Wirt­schafts­kri­se sei weder im Geschäft noch in der Alpin­schu­le etwas zu spü­ren. Die Coro­na-Pan­de­mie und der anhal­ten­de Trend zur Bewe­gung in der Natur bescher­ten dem Unter­neh­men die erfolg­reichs­ten Jah­re seit der Grün­dung. Doch je mehr dem Ruf der Ber­ge fol­gen, des­to grö­ßer ist das Ver­let­zungs­ri­si­ko. Daher sei neben der geeig­ne­ten Ausrüs­tung, kör­per­li­che Fit­ness und rich­ti­ges Ein­schät­zen des eige­nen Kön­nens unver­zicht­bar. Vor­aus­set­zun­gen, die auch in einem Unter­neh­men über Erfolg oder Miss­erfolg ent­schei­den kön­nen. „Des­halb sind Team­buil­dings bei uns sehr gefragt, im Klet­ter­steig etwa kann man Ver­trau­en auf­bau­en und den Umgang mit schein­ba­ren Gefahren­situationen üben.“

Auf die Räder, fer­tig, los!

Für alle, die ger­ne Ski und Wan­der­schu­he gegen ein Fahr­rad tau­schen wür­den, wer­de aktu­ell dar­an gear­bei­tet, das Sor­ti­ment zu erwei­tern. Gemein­sam mit einem Koope­ra­ti­ons­part­ner sei man mit Nach­druck dabei, ein spe­zi­el­les Pro­gramm für Rad­tou­ren auf die Bei­ne zu stel­len.

Aus der Chro­nik
  • 1991gründet Gerald Sagmeis­ter in Fer­lach eine Alpin­schu­le und einen Sport­fach­han­del.
  • 2001 über­sie­delt das Unter­neh­men nach Kla­gen­furt in die Wie­ner­gas­se.
  • Fünf Mit­ar­bei­ter sind im „high life“-Shop ange­stellt. In der Alpin­schu­le vari­iert die Zahl der frei­be­ruf­li­chen Mit­ar­bei­ter je nach Win­ter- und Som­mer­sai­son.
  • Seit 2021 führt Micha­el Mautz die Geschäf­te der Alpin­schu­le. Sohn Domi­nik ist Lei­ter des Som­mer­pro­gramms und Can­yo­ning­füh­rer.
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