Trotz Baustelle
weiterhin geöffnet
Mit Engagement, kreativen Ideen und dem Willen, gemeinsam etwas zu bewegen, blicken die Unternehmer in der Paradeisergasse nach vorn.
Seit Mitte August sind zahlreiche Betriebe in der Paradeisergasse in Klagenfurt unmittelbar von einer Baustelle betroffen. Die gesamte Leitungsinfrastruktur wird saniert. Dass investiert und die Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht wird, sehen die Unternehmen vor Ort positiv. Weniger erfreut ist man über die Vorgehensweise, erklärt Franz Ahm, WK-Bezirksstellenobmann von Klagenfurt: „Wir werden viel zu kurzfristig oder gar nicht über Bauvorhaben informiert, obwohl zahlreiche Betriebe direkt betroffen sind – das geht gar nicht.“
Bei einem Baustellenrundgang wird schnell klar, wo der Schuh drückt (siehe auch Statements unten): Die Unternehmer fühlen sich vor den Kopf gestoßen, haben zu wenig Mitspracherecht und würden sich gern mehr einbringen. Viele befürchten, Ende November, dem geplanten Ende der Baustelle, einen Fleckerlteppich in ihrer Straße vorzufinden.
Unternehmen fordern mehr Mitsprache
Um das zu verhindern, wären die Betriebe bereit gemeinsam ein Konzept auszuarbeiten, wie die Paradeisergasse in Zukunft attraktiver gestaltet werden könnte. Dafür fordern sie von der Stadt Einsicht in das finale Straßenkonzept. „Die Unternehmen unterstützen nicht nur mit kreativen Ideen, sondern wären zum Teil bereit, finanzielle Mittel in die Hand zu nehmen. Es wäre fatal, wenn die Stadt diese ausgestreckte Hand nicht annehmen würde“, so Ahm.
Trotz aller Herausforderungen überwiegt das unternehmerische Engagement und der Zusammenhalt. Die Paradeisergasse in Klagenfurt zeigt, wie vielfältig der Handel und die Dienstleister in der Innenstadt sein können. Persönliche Beratung statt anonmyer Massenware und gewachsene Kundenbeziehungen bieten vor allem in schwierigen Zeiten einen klaren Vorteil.
„Lärm, Schmutz, Erschütterungen, Liftausfälle und eine unterbrochene Wasserleitung nehmen wir in Kauf, wenn die Straße nach dem Umbau entsprechend gestaltet wird. Ein schönes Eröffnungsfest der neuen Straße, an dem sich auch alle Unternehmen einbringen und vorstellen können, wäre eine von vielen Ideen.“
„Wir haben prinzipiell nicht so viel Laufkundschaft und wenn jemand an einem Klavier interessiert ist, wird ein Termin vereinbart. Bei der Zustellung müssen wir hin und wieder helfen, da die Zufahrt durch die Baustelle blockiert ist. Mein Wunsch wäre, beim Gehsteig wieder Pflastersteine zu verwenden.“
„Trotz aufgerissener Straßen sehen wir die Dinge positiv und gestalten nach wie vor unsere Schaufenster. Wir würden uns freuen, wenn sie uns Unternehmer mehr in solche Pläne einbinden würden. Wir sind ein Familienbetrieb und wären auch bereit, uns finanziell an der Gestaltung unseres beruflichen Umfeldes zu beteiligen.“
„Mein Geschäft ist Richtung Bahnhofstraße nicht betroffen, daher kann ich nicht über weniger Kunden klagen. Was ich mir aber wünschen würde, wäre diese Baustelle als Anlass zu nehmen, die Straße grüner und moderner zu gestalten. Die Betriebe könnten kooperieren und sich aktiv einbringen. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt.“