Gert Kaltschütz Trampoline
Bezeichnet sich selbst nicht als großes Sprungtalent: Gert Kaltschütz (Mitte) mit den Mitarbeitern Mohammed Salih und Taras Micius. © Johannes Moser
Kaltschütz Trampolinanlagen

Mit gro­ßen
Sprün­gen zum Erfolg

Der St. Veiter Gert Kaltschütz ist ein großer Player in einem Nischengeschäft, das immer mehr Kunden findet: Er plant und baut Trampolinparks auf der ganzen Welt, ist Gastronomiebetreiber und Schausteller.

05.04.2024 10:29 - Update am: 31.05.2024 10:59 von Johannes Moser
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Ein Aus­flug nach Bibio­ne mit einer Kin­der­grup­pe leg­te für den Ele­men­tar­päd­ago­gen Gert Kalt­schütz den Grund­stein für eine Idee, die vor über 30 Jah­ren sein Leben ver­än­dern soll­te. „An der Strand­pro­me­na­de gab es ein ein­fa­ches Tram­po­lin, auf dem sich Kin­der jeder Alters­klas­se ver­gnüg­ten. Egal ob sechs oder 15 Jah­re alt – das Gerät funk­tio­nier­te gene­ra­tio­nen­über­grei­fend“, berich­tet Kalt­schütz von sei­nem erleuch­ten­den Erleb­nis. Er erkann­te, dass die Ziel­grup­pe für Tram­po­li­ne dem­entspre­chend groß ist und begann mit dem Han­del in Öster­reich. „Damals waren Sprung­ge­rä­te noch ziem­lich exo­tisch bei uns und dem­entspre­chend schwer zu haben.“

Also kauf­te er ein Exem­plar aus Ita­li­en und bau­te es so um, dass es die hie­si­gen Nor­men erfüll­te. Der Stand­ort für sein ers­tes Geschäft als Schau­stel­ler war der Klo­pei­ner See, wo er auch bis heu­te das Lokal „Zum Pol­di“ betreibt – natür­lich inklu­si­ve Ver­gnü­gungs­park. Schon bald stieg die Nach­fra­ge nach dem Tram­po­lin: „Vie­le Besu­cher frag­ten mich, wo denn ein Pro­dukt wie die­ses zu haben sei. Also begann ich, selbst Sprung­an­la­gen zu bau­en.“

Jedes Pro­dukt ist Maß­ar­beit

Mit der stei­gen­den Nach­fra­ge begann Kalt­schütz, gewis­se Pro­duk­te und Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se zu stan­dar­di­sie­ren. Den­noch ist nach wie vor jedes Tram­po­lin Maß­ar­beit: „Jedes Netz wird nach wie vor von Hand gewebt.“ Pro­du­ziert wer­den die Ein­zel­tei­le, egal ob beim Ein­zel­pro­dukt für den End­ver­brau­cher oder für gan­ze Hal­len, immer in Kärn­ten: „Wir haben tol­le Part­ner, bei denen jeweils meh­re­re Mit­ar­bei­ter nur für uns abge­stellt sind“, berich­tet Kalt­schütz, der in sei­nen ers­ten 15 Jah­ren als Unter­neh­mer noch neben­bei als Kin­der­gärt­ner und Didak­tik-Aus­bil­der an diver­sen Stand­or­ten wirk­te. „Obwohl ich die Arbeit mit den Kin­dern geliebt habe, blieb mir irgend­wann kei­ne Zeit mehr dafür und ich kon­zen­trier­te mich auf mei­ne Unter­neh­men.“

Ein nach Aus­tra­li­en aus­ge­wan­der­ter Freund brach­te ihn schließ­lich auf die Idee, gan­ze Tram­po­lin­hal­len aus­zu­stat­ten. „Damals gab es die­sen Trend bei uns noch gar nicht und ehr­lich gesagt konn­te ich mir nicht vor­stel­len, dass Men­schen nur zum Sprin­gen in einer Hal­le Ein­tritt bezah­len.“ Sein Ein­druck soll­te ihn jedoch täu­schen. Bereits 2018 stat­te­te er die ers­te Tram­po­lin­hal­le Öster­reichs in Graz aus. Mitt­ler­wei­le hat er auch in Kärn­ten meh­re­re Pro­jek­te wie zum Bei­spiel den Jump Dome in Kla­gen­furt fina­li­siert.

Gert Kaltschütz

Ich bin davon über­zeugt, dass Fair­ness ent­schei­dend ist. Der Kun­de darf sich nie abge­zockt füh­len. Zitat Ende

Gert Kalt­schütz

Kalt­schütz Tram­po­lin­an­la­gen

Dafür gibt es kei­nen Lehr­be­ruf

Aber auch Hal­len­be­trei­ber in Dubai, Abu Dha­bi oder den USA zäh­len zu sei­nen Kun­den. Sein bes­ter Wer­be­trä­ger ist neben Mund­pro­pa­gan­da sein ein­ge­web­tes Logo auf jeder Anla­ge. „Die­ses kann nicht ent­fernt wer­den und so holen sich auch poten­zi­el­le Kun­den ganz auto­ma­tisch die Inspi­ra­ti­on.“ Die Mit­ar­bei­ter, die vor Ort die Mon­ta­ge über­neh­men, sind dabei wahr­li­che Tau­send­sas­sas. „Für den Bau gibt es kei­nen Lehr­be­ruf. Man muss tech­nisch sehr viel­sei­tig ein­setz­bar sein“, sagt Kalt­schütz, der auch bei jeder Instand­set­zung selbst mit dabei ist. „Wenn es die Zeit zulässt, ver­bin­de ich die Arbeit aber auch mit ein paar frei­en Tagen am Auf­trags­ort.“ Zurück zu den Wur­zeln geht es aber bei Volks­fes­ten wie dem St. Vei­ter Wie­sen­markt, wo der 49-Jäh­ri­ge neben dem Tram­po­lin seit dem Vor­jahr auch ein Break­dance-Fahr­ge­schäft betreibt.

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