EAK-Goldschmiede-Sommer-Elisabeth-und-Christian-M.-und-Waltraud-und-Manfred-Sommer
© Peter Just
Goldschmiede Sommer

Sommer’s Welt
der schönen Dinge

Im Zentrum der Tiebelstadt Feldkirchen führen ­Elisabeth und Christian M. Sommer ein Refugium für Liebhaber der schönen Dinge – und halten dabei ein traditionelles Handwerk hoch.

29.01.2026 13:49 - Update am: 03.02.2026 14:35 von Johannes Moser
Lesezeit 7 Minuten

Das bauliche Ensemble am Feldkirchner Rauter­platz verspricht so einiges. Von Brautmode über Schmuck bis hin zur Tracht und jagdlichen Anlassmode: Die vielfäl­tigen Erleb­nisse hinter den gepflegten Bieder­mei­er­fas­saden sollen zum Wohlfühlen der Kunden beitragen. „Eigentlich hat mein Vater Manfred 1976 als Uhrmacher angefangen“, weiß Christian M. Sommer, der heuer mit seiner Frau Elisabeth das fünfzig­jährige Firmen­be­stehen feiern kann. Der Seniorchef war Uhrmacher- und Goldschmie­de­meister, das Handwerk gehörte von klein auf zum Alltag. „Ich habe auf dem Schoß meines Vaters zu werkeln begonnen“, erinnert sich der Junior. Bereits mit sieben oder acht Jahren war klar, wohin der Weg führen würde – nicht aus Pflicht­gefühl, sondern aus Begeis­terung für den Beruf. „Goldschmieden ist wie Malen – nur dreidi­men­sional. Man skizziert, entwi­ckelt gemeinsam mit den Kunden Ideen und sieht am Ende ein Ergebnis, das bleibt.“

Schmuck für besondere Momente

„Das Besondere an unserem Beruf ist, dass wir Menschen in schönen Momenten begleiten dürfen“, erzählt Elisabeth Sommer stolz. Die Betriebs­wirtin leitet das Modege­schäft, das 2018 eröffnet wurde. Die Synergien, die sich dadurch ergeben, liegen für die Unter­nehmer auf der Hand. „Wir bieten unseren Kunden alles rund um das Thema Hochzeit an – vom Braut­kleid bis zu den Eheringen.“ Zukünftige Ehepaare können bei der Erstellung ebendieser in Workshops auch selbst Hand anlegen.

Wichtig ist dem Unter­neh­merpaar dabei auch, dass die Menschen Verständnis für ein tradi­tio­nelles Handwerk bekommen, das sich durch moderne Techniken wie zum Beispiel 3‑D-Druck bei der Erstellung von Schablonen und Proto­typen ständig weiter­ent­wi­ckelt. Die hohe Kompetenz rund um den schönsten Tag im Leben habe dem Betrieb bereits einige Auszeich­nungen gebracht. So wurden sie unter anderem mit dem Prädikat „Trauring­spe­zialist des Jahres“ sowie mehrfach bei den „Wedding Awards“ ausge­zeichnet.

© Peter Just (6)

Unikate aus „Wald und Wiese“

Neben dem Fokus auf Hochzeiten bildet die Herstellung von sogenanntem „Grandel­schmuck“ ein weiteres wichtiges Standbein. Dabei werden Jagdtro­phäen – vom Krickerl über das Geweih bis zum Gamsbart – in Form von Schmuck­stücken veredelt. „Jedes Schmuck­stück ist dabei ein absolutes Unikat“, erzählt Christian M. Sommer, bis heute zum Zeitpunkt der Prüfung Öster­reichs jüngster Goldschmie­de­meister.

Als Vertriebs­kanal fungieren jährlich auch 15 Messen, auf denen sie sich präsen­tieren. Die Teamstruktur selbst, an der rund 20 Mitar­bei­tende beteiligt sind, ist bewusst flexibel. „Wir arbeiten mit Selbst­stän­digen, Teilzeit­kräften und auch mit variablen Arbeits­zeiten – je nach Bedarf und Lebens­si­tuation der Teammit­glieder“, weiß Elisabeth Sommer.

Die beiden Vollblut­un­ter­nehmer, die seit 15 Jahren zusammen sind und gemeinsam zwei Kinder haben (jeweils ein weiteres haben sie mitge­bracht), sind froh, dass ihre Ideen gut funktio­nieren und von den Kunden angenommen werden. „Handwerk hat goldenen Boden, sorgt für wahre Wertschöpfung und könnte einen großen Beitrag dazu leisten, dass Stadt­zentren nicht veröden.“

Ebenso betonen die beiden die wichtige Rolle des Unter­neh­mertums für die Gesell­schaft: „Unter­nehmer sind Freigeister, die manchmal auch unkon­ven­tio­nelle Wege einschlagen und Risiken eingehen.“ Das Gute an ihrer Profession? „Wir haben stets mit schönen Erleb­nissen zu tun und jeden Tag entsteht etwas Beson­deres in unserer Werkstatt. Wenn man dann das fertige Stück in den Händen hält und die Freude der Kunden spürt, gibt das Energie und macht glücklich!“

Aus der Chronik
  • 1976 eröffnen Waltraud und Manfred Sommer ein Uhren- und Schmuck­fach­ge­schäft in der Bahnhof­straße in Feldkirchen.
  • 1989 erfolgt der Umzug auf den Rauter­platz inmitten der Tiebel­stadt.
  • Christian M. Sommer führt den Betrieb in zweiter Generation.
  • Seit 2018 betreiben ­Chris­tian M. und Elisabeth Sommer neben der Goldschmiede auch ein Beklei­dungs­ge­schäft mit Fokus auf hochwertige Landhaus- und Hochzeitsmode.
Zum Unter­nehmen
Info-Icon
Dieser Artikel ist in Ausgabe 2/26 erschienen.
Info-Icon
Ähnliche Artikel finden Sie in der Kategorie: Erfolg aus Kärnten