Paulus und ­Lidia Fahrn­berger führen die Konditorei Fahrnberger.
Paulus und ­Lidia Fahrn­berger führen die Konditorei Fahrnberger. © Marco Rohr/VMA.tv
Konditorei Fahrnberger

Qualität und Service als Basis fürs Erfolgs­rezept

Seit 90 Jahren wird der Name Fahrnberger mit süßem Genuss verbunden: Zwetschkenfleck und Schaumrollen zählen zu den beliebtesten Produkten der Klagenfurter Konditorei, die vor allem auf Qualität und Service setzt.

19.12.2025 08:06 von Ines Tebenszky
Lesezeit 7 Minuten

Einst waren es süße Schnitten, die Liefe­ranten mit mobilen Bauch­läden sogar an Hotels in Tirol verkauften, heute sind es vor allem der Zwetsch­ken­fleck oder die Schaum­rollen der Klagen­furter Kondi­torei Fahrn­berger, die Liebhaber von Mehlspeisen ins Schwärmen geraten lassen und vormittags wie nachmittags die Plätze in den drei Cafés füllen. „Den Zwetsch­ken­fleck hat meine Oma Vera Fahrn­berger erfunden – für ihn ist unser Haus nach wie vor berühmt und es ist das am meisten verkaufte Produkt“, ist Betriebs­inhaber Paulus Fahrn­berger stolz. Aber auch weitere Spezia­li­täten wie Creme­schnitten, die Kärntner Torte oder die Wörther­see­torte seien Renner. Um die Zufrie­denheit der Kunden hoch zu halten, setzt Fahrn­berger, der den Betrieb in dritter Generation führt, auf Qualität und Service. Schon seine Tante Gerlind Fahrn­berger, von der er den Betrieb übernommen hat, habe einen hohen Anspruch an die Qualität gestellt. „Sie hat weltweit Know-how zusam­men­ge­tragen, um es dann in den Betrieb einfließen zu lassen“, erzählt Fahrn­berger. „Damit hat sie dem Betrieb ihren Quali­täts­stempel aufge­drückt.“

© Fahrn­berger (3)

Backstube als Zukunft

Paulus Fahrn­berger hat mit der Nachfolge im Jahr 2012 die Heraus­for­derung angenommen, die hohen Quali­täts­an­sprüche wirtschaftlich umzusetzen und effizi­enter zu werden. Unter­stützung erhält er dabei von seiner Frau Lidia, die er in der hausei­genen Backstube kennen­ge­lernt hat und nun für Personal und Service haupt­ver­ant­wortlich und nach wie vor in der Produktion tätig ist. „Sie hat hier gelernt und ist schon seit über 30 Jahren im Betrieb.“

Fahrn­berger selbst hat zunächst einen anderen Weg einge­schlagen. Nach der HTL für Elektro­technik, studierte er Publi­zistik und Kommu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaften und arbeitete im Wirtschafts­ressort der „Kleinen Zeitung“. Als er für seine Diplom­arbeit in der Backstube eine Feldfor­schung zu inter­kul­tu­reller Kommu­ni­kation am Arbeits­platz gemacht hat, entdeckte er, dass die Backstube seine Zukunft sein könnte – die sie nach der Ausbildung zum Konditor­meis­ter auch wurde.

Fokus auf Lehrlings­aus­bildung

Dass die Arbeit in der Kondi­torei Freude macht, will er auch jungen Leuten vermitteln. Schon seine Tante habe viel Wert auf die Lehrlings­aus­bildung gelegt und zahlreiche Jugend­liche im staatlich ausge­zeich­neten Lehrbe­trieb ausge­bildet. „In den vergan­genen Jahren hatten wir immer sechs Lehrlinge im Betrieb – es wird aber schwie­riger, Nachwuchs zu finden. Heuer haben wir zum ers­ten Mal keinen Lehrling im ersten Lehrjahr“, bedauert Fahrn­berger. Er unter­stützt deshalb die Kampagne des Lebens­mit­tel­ge­werbes „Lehrlinge säen, Fachkräfte ernten“. Es sei wichtig, dass auch die Betriebe bereit seien, junge Menschen auszu­bilden – denn wenn man Fachkräfte habe und auf Qualität achte, könne man zuver­sichtlich für eine gute Zukunft sein, ist Fahrn­berger überzeugt.

Aus der Chronik
  • 1935 gründen Karl und Vera Fahrn­berger eine Kondi­torei in Klagenfurt. In den Spitzen­zeiten beschäf­tigen sie über 100 Mitar­beiter. Veras Rezept für den Zwetsch­ken­fleck macht die Mehlspeise bis heute zur Spezia­lität des Hauses.
  • 1985 übernimmt Tochter Gerlind Fahrn­berger den Famili­en­be­trieb und hebt das Quali­täts­niveau auf ein neues Level. Viel Wert legt sie zudem auf die Lehrlings­aus­bildung.
  • 2005 steigt Gerlinds Neffe Paulus Fahrn­berger in den Betrieb ein, den er 2012 übernimmt.
  • Heute beschäftigt die Kondi­torei an drei Stand­orten 42 Mitar­beiter.
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 24/25 erschienen.
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