Qualität und Service als Basis fürs Erfolgsrezept
Seit 90 Jahren wird der Name Fahrnberger mit süßem Genuss verbunden: Zwetschkenfleck und Schaumrollen zählen zu den beliebtesten Produkten der Klagenfurter Konditorei, die vor allem auf Qualität und Service setzt.
Einst waren es süße Schnitten, die Lieferanten mit mobilen Bauchläden sogar an Hotels in Tirol verkauften, heute sind es vor allem der Zwetschkenfleck oder die Schaumrollen der Klagenfurter Konditorei Fahrnberger, die Liebhaber von Mehlspeisen ins Schwärmen geraten lassen und vormittags wie nachmittags die Plätze in den drei Cafés füllen. „Den Zwetschkenfleck hat meine Oma Vera Fahrnberger erfunden – für ihn ist unser Haus nach wie vor berühmt und es ist das am meisten verkaufte Produkt“, ist Betriebsinhaber Paulus Fahrnberger stolz. Aber auch weitere Spezialitäten wie Cremeschnitten, die Kärntner Torte oder die Wörtherseetorte seien Renner. Um die Zufriedenheit der Kunden hoch zu halten, setzt Fahrnberger, der den Betrieb in dritter Generation führt, auf Qualität und Service. Schon seine Tante Gerlind Fahrnberger, von der er den Betrieb übernommen hat, habe einen hohen Anspruch an die Qualität gestellt. „Sie hat weltweit Know-how zusammengetragen, um es dann in den Betrieb einfließen zu lassen“, erzählt Fahrnberger. „Damit hat sie dem Betrieb ihren Qualitätsstempel aufgedrückt.“
Backstube als Zukunft
Paulus Fahrnberger hat mit der Nachfolge im Jahr 2012 die Herausforderung angenommen, die hohen Qualitätsansprüche wirtschaftlich umzusetzen und effizienter zu werden. Unterstützung erhält er dabei von seiner Frau Lidia, die er in der hauseigenen Backstube kennengelernt hat und nun für Personal und Service hauptverantwortlich und nach wie vor in der Produktion tätig ist. „Sie hat hier gelernt und ist schon seit über 30 Jahren im Betrieb.“
Fahrnberger selbst hat zunächst einen anderen Weg eingeschlagen. Nach der HTL für Elektrotechnik, studierte er Publizistik und Kommunikationswissenschaften und arbeitete im Wirtschaftsressort der „Kleinen Zeitung“. Als er für seine Diplomarbeit in der Backstube eine Feldforschung zu interkultureller Kommunikation am Arbeitsplatz gemacht hat, entdeckte er, dass die Backstube seine Zukunft sein könnte – die sie nach der Ausbildung zum Konditormeister auch wurde.
Fokus auf Lehrlingsausbildung
Dass die Arbeit in der Konditorei Freude macht, will er auch jungen Leuten vermitteln. Schon seine Tante habe viel Wert auf die Lehrlingsausbildung gelegt und zahlreiche Jugendliche im staatlich ausgezeichneten Lehrbetrieb ausgebildet. „In den vergangenen Jahren hatten wir immer sechs Lehrlinge im Betrieb – es wird aber schwieriger, Nachwuchs zu finden. Heuer haben wir zum ersten Mal keinen Lehrling im ersten Lehrjahr“, bedauert Fahrnberger. Er unterstützt deshalb die Kampagne des Lebensmittelgewerbes „Lehrlinge säen, Fachkräfte ernten“. Es sei wichtig, dass auch die Betriebe bereit seien, junge Menschen auszubilden – denn wenn man Fachkräfte habe und auf Qualität achte, könne man zuversichtlich für eine gute Zukunft sein, ist Fahrnberger überzeugt.
- 1935 gründen Karl und Vera Fahrnberger eine Konditorei in Klagenfurt. In den Spitzenzeiten beschäftigen sie über 100 Mitarbeiter. Veras Rezept für den Zwetschkenfleck macht die Mehlspeise bis heute zur Spezialität des Hauses.
- 1985 übernimmt Tochter Gerlind Fahrnberger den Familienbetrieb und hebt das Qualitätsniveau auf ein neues Level. Viel Wert legt sie zudem auf die Lehrlingsausbildung.
- 2005 steigt Gerlinds Neffe Paulus Fahrnberger in den Betrieb ein, den er 2012 übernimmt.
- Heute beschäftigt die Konditorei an drei Standorten 42 Mitarbeiter.