Vater-Tochter-Gespann: Lukas und Manuela Würfler führen gemeinsam das Bauunternehmen WWM Hoch- und Tiefbau.
Vater-Tochter-Gespann: Lukas und Manuela Würfler führen gemeinsam das Bauunternehmen WWM Hoch- und Tiefbau. © Florian Mori
Lukas und Manuela Würfler

„Mitar­beiter wertschätzen“

Lukas und Manuela Würfler im Gespräch mit der „Kärntner Wirtschaft“.

12.08.2024 07:30 von Anita Arneitz
Lesezeit 4 Minuten

„Kärntner Wirtschaft“: Was macht ­erfolg­reich gelebtes Unter­neh­mertum aus?

Lukas und Manuela Würfler: Es braucht eine familiäre Unter­neh­mens­kultur. Für uns ist die Wertschätzung gegenüber den Mitar­beitern sehr wichtig. Wir haben immer ein offenes Ohr für die Anliegen und Wünsche unserer Mitar­beiter, umgekehrt können wir uns auf sie verlassen. Lehrlinge werden nach ihren Stärken und Talenten gefördert und arbeiten von Beginn an mit. Außerdem braucht es ständiges Engagement für Qualität, Mut zu Neuem und aktives Zugehen auf Kunden. Mundpro­pa­ganda ist die beste Werbung.

Speziell die Ausbildung von jungen Fachkräften liegt Ihnen am Herzen?

Manuela Würfler: Absolut. Nur wer Lehrlinge ausbildet, sichert die Fachkräfte der Zukunft und kann aktiv etwas gegen Fachkräf­te­mangel tun. Wir leben das von Beginn an. Betriebe müssen sich recht­zeitig um junge Nachfolge kümmern. Auch bei uns werden wieder einige Mitar­beiter in Pension gehen und da müssen Stellen nachbe­setzt werden. Deshalb können sich inter­es­sierte Lehrlinge jederzeit bei uns melden und zum Schnuppern vorbei­kommen. Lehrlinge brauchen nur einen Willen, dann haben sie bei uns alle Chancen und können verschiedene Bereiche kennen­lernen.

Was sagen Sie zu den aktuellen ­wirtschaft­lichen Entwick­lungen?

Lukas Würfler: Als Unter­nehmer müssen wir immer flexibel sein und auf Markt­ver­än­de­rungen reagieren. Aber das heutige schnelle Bauen für die Masse entspricht nicht unseren Quali­täts­vor­stel­lungen. Auch die Entwicklung von Städten und Orten gehört verändert, damit die Zentren nicht aussterben. Es braucht eine Förderung, damit die Innen­städte ausgebaut und saniert werden. Wenn die Geschäfte weiterhin an den Ortsrand verlagert werden, ist das Zentrum schnell tot. Hier müsste stärker gegen­ge­steuert werden. Auch Umfah­rungen wirken sich oft nicht ­positiv auf das Leben einer Ortschaft aus. Darunter leiden Handel und Gastro­nomie.

Die Bürokratie ist eine schwere Last.Zitat Ende

Manuela Würfler

Geschäfts­füh­rerin WWM Hoch- und Tiefbau

Welche Rahmen­be­din­gungen würden helfen?

Manuela Würfler: Die Bürokratie ist eine schwere Last, manches braucht gefühlt eine Ewigkeit. Hier braucht es Erleich­te­rungen.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Area Süd mit der Koralmbahn?

Lukas Würfler: Für die Region ist die Kor­almbahn absolut positiv, aber es müsste der Zug auch in Kühnsdorf stehen bleiben, damit die Wirtschaft rund um den Klopeiner See belebt wird. Wir rücken enger mit Graz zusammen und können von der zusätz­lichen Ansie­delung profi­tieren. Auch wir haben sechs Jahre lang bei der Koralmbahn mitge­ar­beitet.

Im nächsten Unter­neh­mer­leben würde ich …

Lukas Würfler: … wieder das Gleiche machen. Als Selbst­stän­diger ist man in Kontakt mit den Menschen und es bleibt spannend, weil immer etwas Neues dazu kommt.

WWM Hoch- und Tiefbau
  • 1984 gründete Lukas Würfler das Unter­nehmen und kaufte sich den ersten Bagger. Es dauert nicht lange und es ­kamen die nächsten Bagger dazu, die ersten Mitar­beiter wurden einge­stellt.
  • 1996 kam zu den Erdbe­we­gungen der Bau hinzu. Schritt für Schritt wuchs das Unter­nehmen.
  • Es wurde das Büroge­bäude in Eberndorf und der zweite Standort mit Bauhof aus- und gebaut.
  • Heute umfasst der Fuhrpark rund 30 Bagger, sieben Lkw, Walzen, Temper und Baustel­len­fahr­zeuge für die kleinen Partien.
  • Rund 70 Mitar­beiter sind im Betrieb beschäftigt.
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 15/24  erschienen.
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Mehr zum Thema gibt es hier: Vom Ein-Bagger-Betrieb zum Bauun­ter­nehmen.