In Menschen mit Migrationshintergrund steckt unternehmerisches Potenzial: Auch in Kärnten wird die Wirtschaft ­langsam bunter und ­internationaler.
In Menschen mit Migrationshintergrund steckt unternehmerisches Potenzial: Auch in Kärnten wird die Wirtschaft ­langsam bunter und ­internationaler. © Adobe Stock/Phongsakorn
Gründen mit Migrationshintergrund

Gekom­men, um in
Kärn­ten zu grün­den

Ein eigenes Unternehmen in einem fremden Land: Für Menschen mit Migrationshintergrund ist die Selbstständigkeit der Weg, um zu zeigen, was sie können. Dafür überwinden sie bürokratische, sprachliche und durchaus auch ­kulturelle Hürden.

04.05.2024 10:59 - Update am: 15.05.2024 15:52 von Anita Arneitz
Lesezeit 3 Minuten

Kei­nen pas­sen­den Job gefun­den oder schon immer vom eige­nen Unter­neh­men geträumt. Die Grün­de von Migran­ten für die Selbst­stän­dig­keit sind genau­so unter­schied­lich wie die Län­der aus denen sie kom­men. Aber eines ver­bin­det sie: der Mut und der Ehr­geiz, etwas Eige­nes zu schaf­fen.

2,4 Mil­lio­nen Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund

Im ver­gan­ge­nen Jahr leb­ten rund 2,4 Mil­lio­nen Per­so­nen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund in Öster­reich. Bereits ein Vier­tel der Start-ups hat Migran­ten als Grün­der. Die Wirt­schaft wird durch das Know-how, die Erfah­run­gen und Denk­wei­sen, die Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund mit­brin­gen, berei­chert. Davon ist Bir­git Hoch­rei­ter über­zeugt. Als Unter­neh­mens­be­ra­te­rin, Trai­ne­rin und Coach liegt einer ihrer Arbeits­schwer­punk­te im inter­kul­tu­rel­len Bereich. „Bei vie­len fal­len mir Umset­zungs­stär­ke und ‑wil­le sowie Krea­ti­vi­tät hin­sicht­lich der Geschäfts­ideen auf“, sagt Hoch­rei­ter.

Gut ver­netz­te Com­mu­ni­ties

Eini­ge Com­mu­ni­ties sei­en unter­ein­an­der gut ver­netzt, der Infor­ma­ti­ons­fluss funk­tio­nie­re dort sehr gut und es sei selbst­ver­ständ­lich, sich gegen­sei­tig zu hel­fen. So orga­ni­siert zum Bei­spiel Ammutha Val­li seit Jah­ren ein gro­ßes Diwa­li-Fest in Vil­lach für alle und Nadya Hrin­go­va hilft ande­ren hoch­qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­ten beim Über­sie­deln nach Öster­reich – ange­fan­gen vom Ein­ho­len von Infor­ma­tio­nen bis hin zum Fin­den von Woh­nung oder Kin­der­gar­ten.

Birgit Hochreiter. © Simo­ne Atti­sa­ni

Die Wirt­schaft wird durch das Know-how, die Erfah­run­gen und Denk­wei­sen, die Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund mit­brin­gen, berei­chert.Zitat Ende

Bir­git Hoch­rei­ter

Unter­neh­mens­be­ra­te­rin, Trai­ne­rin und Coach


Durch offe­ne und respekt­vol­le Begeg­nun­gen kön­nen Miss­ver­ständ­nis­se aus dem Weg geräumt wer­den. Auch in Betrie­ben mit inter­na­tio­na­len Teams: „Arbeit­ge­ber kön­nen im Betrieb ein bes­se­res kul­tu­rel­les Ver­ständ­nis schaf­fen, indem sie ihren Mit­ar­bei­tern einen Bud­dy zur Sei­te stel­len“, weiß Hoch­rei­ter.

Spra­che als größ­te Hür­de

Die größ­te Hür­de, um in der Wirt­schaft Fuß zu fas­sen, sei das Beherr­schen der deut­schen Spra­che auf sehr gutem Niveau. In vie­len Fir­men ist Deutsch Vor­aus­set­zung, Eng­lisch bei Behör­den noch eher unüb­lich. Dar­über hin­aus wer­den Aus­bil­dun­gen aus dem Her­kunfts­land nicht immer aner­kannt und das Ver­ständ­nis für Berufs­bil­der kann bei Migran­ten ganz anders sein. Ein Men­to­ring kann eine wert­vol­le Mög­lich­keit sein, um Ein­wan­de­rern den Ein­stieg ins Arbeits­le­ben zu erleich­tern und ein Netz­werk in Kärn­ten auf­zu­bau­en.