Sie möchte Kreativen einen Raum und eine Bühne geben: Yvonne Božanović
Sie möchte Kreativen einen Raum und eine Bühne geben: Yvonne Božanović © KK/Olga Bereslavskaya
Yvonne Božanović

Mit Liebe
selbst­ge­macht

Bei Yvonne Božanović ist alles machbar. In ihrer „Selbstmachbar“ holt sie heimische Kreative vor den Vorhang.

30.04.2024 10:29 - Update am: 31.05.2024 09:52 von Christina Scherzer
Lesezeit 4 Minuten

Jeden Freitag stand Yvonne Božanović am Villacher Biomarkt und verkaufte dort ihre selbst­ge­nähte Kinder­kleidung. Seit vergan­genem Jahr tobt sie sich nun auf ihren eigenen 180 Quadrat­metern in der Villacher Innen­stadt aus. Mit ihrem Geschäft „die Selbst­machbar“ hat sich die 32-Jährige einen Ort geschaffen, an dem sich alles ums Selber­machen dreht – egal ob Postkarten, Sonnen­brillen, Ohrringe oder Kleidung. „Es gibt nichts, was man nicht selbst machen kann“, sagt die Gründerin. Nähen und Handar­beiten stehen bei ihr im Laden im Vorder­grund, wobei das Stecken­pferd nach wie vor selbst­ge­nähte Kinder­kleidung ist.

Als Yvonne Božanović Nadel und Faden entdeckte

Als Schwester von vier Brüdern standen für die Unter­neh­merin eher Reifen wechseln, Möbelaufbau oder andere handwerk­liche Tätig­keiten auf der Tages­ordnung als zu basteln oder sich kreativ auszu­toben. „Nähen war nicht mein Ding, dafür hatte ich zwei linke Hände.“ Doch als Zeitver­treib während ihrer Schwan­ger­schaft entdeckte sie Nadel und Faden für sich. Sie machte die Befähi­gungs­prüfung und alles nahm seinen Lauf. Auf den Vertrieb über Instagram folgte der Verkauf am Wochen­markt und nun der eigene Laden.

Neben ihren eigenen Produkten bietet Božanović auch Artikel anderer Bastel­freunde aus der Region an. Damit will sie die Selber­ma­che­rinnen und Selber­macher sichtbar und die kreative Welt präsenter machen. „Ich möchte heimische Dinge unter­stützen. Es soll einen Ort geben, an dem alles selbst­ge­macht ist. Das Zugekaufte soll dekla­riert sein – sozusagen den Spieß umdrehen. Green­wa­shing finde ich nicht gut.“ Bei der Auswahl ihrer Partner achtet sie vor allem auf das Zwischen­mensch­liche. Die Zweifachmama muss sich mit den Produkten der anderen Künstler identi­fi­zieren können. „Es muss einfach passen. Alles was ich im Laden habe, feiere ich“, so die gelernte Einzel­han­dels­kauffrau. 
Unter­stützung bei der täglichen Arbeit erhält die Unter­neh­merin von ihrer pensio­nierten Mutter. Ab Herbst soll zudem eine weitere Mitar­bei­terin der Gründerin unter die Arme greifen. Als Chefin ist es Božanović wichtig, dass alle auf einer Augenhöhe sind und nicht hierar­chisch gearbeitet wird.

Nähkurse hat sie auch im Angebot

Für alle, denen der Einkauf von Selbst­ge­machtem nicht ausreicht, bietet die Einstei­gerin zwei- bis viermal im Monat Nähkurse an. Durch die Möglichkeit, die Räumlich­keiten zu mieten, gibt sie auch anderen Künstlern Platz für unter­schied­liche Workshops. So kann man dort Makramee knüpfen, töpfern, plotten oder stricken lernen.
Für die Zukunft plant die Jungun­ter­neh­merin einen Onlineshop aufzu­bauen. Außerdem möchte sie weiter wachsen und noch mehr Auswahl und Vielfalt in ihre „Selbst­machbar“ bringen. 

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 8/24 erschienen.