„Brauchen mehr Zeit
fürs Unternehmertum“
Michael Strohschein führt das Unternehmen Maistro in zweiter Generation. Sein Vater, der Haubenkoch Armin Strohschein entwickelte eine Suppenwürze, die die Basis für das Klagenfurter Familienunternehmen wurde.
„Kärntner Wirtschaft“: Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?
Mut, Ausdauer und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Und vor allem darf man nie aufhören, sich weiterzuentwickeln.
Warum sind Unternehmerpersönlichkeiten wichtig für das Land?
Unternehmer schaffen Arbeitsplätze, investieren, bringen Ideen in die Umsetzung und sorgen dafür, dass Wertschöpfung im Land bleibt und eine Region wirtschaftlich lebendig bleibt.
Für welche Werte hat ein gestandenes Unternehmen zu stehen?
Handschlagqualität, Verlässlichkeit und ein fairer Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Erfolg ist wichtig – aber nicht um jeden Preis.
Wie bringen Sie sich in der Region ein?
Indem wir in Kärnten investieren, regionale Partner einbinden und langfristige Beziehungen pflegen.
Werden Rolle und Bedeutung des Unternehmertums auch in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen?
Nicht immer ausreichend. Oft sieht man das fertige Produkt oder das Unternehmen, aber weniger die Verantwortung, das Risiko und die vielen Entscheidungen dahinter. Unternehmertum bedeutet nicht nur Erfolg, sondern auch jeden Tag Verantwortung für Mitarbeiter, Kunden und die Zukunft des Unternehmens zu tragen.
Mein Wunsch an die politischen Entscheidungsträger …
Weniger Bürokratie, einfachere Rahmenbedingungen und mehr Vertrauen in die Unternehmer. Wir brauchen wieder mehr Zeit fürs Unternehmertum – und weniger Zeit für Verwaltung.
Im nächsten Unternehmerleben würde ich …
… vieles wieder genauso machen – nur bei manchen Entscheidungen etwas mutiger und schneller sein. Und ein bisschen früher darauf vertrauen, dass sich Hartnäckigkeit meistens auszahlt.
Was sind die größten Gefahren für das Unternehmertum?
Überbordende Bürokratie, ständig steigende Kosten und Rahmenbedingungen, die langfristige Planung immer schwieriger machen.
- 1985 entwickelt Haubenkoch Armin Strohschein eine Suppenwürze ohne chemische Zutaten und gründet Maistro. Erste Kunden kommen aus der gehobenen Gastronomie und Hotellerie.
- Kurze Zeit später wird „Meine Klare Suppe“ im Großhandel gelistet, ab 1992 auch im Lebensmitteleinzelhandel.
- 2017 übernehmen Tochter Marion Petschenig und Sohn Michael Strohschein die Geschäftsführung.
- Die Produktpalette umfasst 20 Artikel. Der Betrieb hat sechs Mitarbeiter.